Veto vom Experten

Gegen den Bau einer Tiefgarage am Hildegardplatz hat sich jetzt auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in einer Stellungnahme an die Stadt ausgesprochen. Der zuständige Gebietsreferent des Landesamt für die Denkmalpflege, Dr. Hanns Ditrich, begründete das Nein damit, dass dort unter der Erde „Baudenkmal vorhanden“ sei. „Es ist aber noch unklar, was wirklich drin ist“, so Ditrich gegenüber dem KREISBOTE.

„Die Bodendenkmalpflege hat das Vorhaben aus fachlicher Sicht abgelehnt“, sagte der Gebietsreferent am Freitag. Die endgültige Entscheidung müsse jedoch die Stadt treffen. Der Tiefgaragenbau würde das Landschaftsbild beeinträchtigen, meinte Simone Wolfrum vom Landesamt am Montag. Außerdem könnten statische Schäden an den Baudenkmälern auftreten. „Die Standfestigkeit der Denkmäler kann in Mitleidenschaft gezogen werden“, erklärte auch Ditrich. Seines Wissens bestehe am Hildegardplatz ein schwieriger Untergrund. „Uns liegt diese erste Reaktion des Landesamts für Denkmalpflege vor“, bestätigte Baureferentin Monika Beltinger am Montag gegenüber dem KREISBOTE. Das sei aber noch nicht das abschließende Gutachten, so die Baureferentin. In der Stellungnahme seien vor allem Bedenken zum derzeitigen Planungsstand geäußert worden. „Wir suchen in der nächsten Zeit das Gespräch mit dem Landesamt“, sagte Beltinger. Dort gibt es dann die Möglichkeit über die weitere Planung zu diskutieren. Wenn sich die Stadt, entgegen der Empfehlung des Landesamtes für Denkmalpflege für den Bau der Tiefgarage entscheide, müssten als Ersatzmaßnahmen Ausgrabungen ausgeführt werden, erläuterte Ditrich. Da solche Ausgrabungen einiges kosten, „müsste sich die Stadt auf erhebliche Kosten einstellen, die sie allein zu tragen hat“, sagte er. Außerdem nehmen Ausgrabungen viel Zeit in Anspruch. „Die Stadt kann sich darauf einstellen, dass mindestens ein Jahr durch die Ausgrabungen verloren geht“, machte der Gebietsreferent im Gespräch klar. Die Bodendenkmalpflege ist immer dafür, dass Bodenschätze möglichst unberührt im Boden gelassen werden, so Beltinger. Da unklar sei, was im Bereich des Hildegardplatzes an Funden da sei, werde das Amt ein solches Vorhaben nie als optimal bezeichnen, vermutet die Baureferentin. Mit der Einschaltung des Landesamts für Denkmalpflege hat die Stadt den üblichen Weg eingeschlagen. Ditrich meinte, dass die Stellungnahme auch im Stadtrat behandelt werden müsste.

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