Viele Fragen bleiben offen

Thomas Baier-Regnery erläutert den Schülervertretern, warum es keine Partys in den Illerwiesen mehr gibt. Foto: Ferder

Beim alljährlichen Austausch der Schülermitverwaltung (SMV) und Vertretern der Stadt vergangene Woche im Jugendhaus diskutierten die Beteiligten wichtige jugend- und schülerbetreffende Themen. Die drei Hauptpunkte: das Jugendforum, die finanzielle Unterstützung von Ideen und vor allem die Schulabschlussfeiern. Dass diese künftig nicht mehr auf dem Illerdamm stattfinden werden, stieß bei den Schülervertretern auf wenig Verständnis.

„Der Austausch mit euch Jugendlichen ist uns sehr wichtig“, betonte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) gleich zu Beginn. Gekommen waren neben über 50 Schülersprechern aller weiterführenden Kemptener Schulen auch Vertreter des Stadtjugendrings (SJR) sowie des Jugendhauses. Um den Austausch mit jungen Bürgern auch in Zukunft aufrechtzuerhalten, hat die Stadt eigens ein Jugendforum eingerichtet. Dies bietet für Jugendliche die Möglichkeit, sich an politischen und aktuellen Themen zu beteiligen und ihre Meinung zu äußern. „Doch die Initiative und das Engagement muss von den Jugendlichen kommen“, sagte Netzer. Er hoffe künftig durch neue Kommunikationswege wie Facebook auf eine größere Beteiligung. Heiße Debatte „Neben Engagement benötigt man aber auch Geld um seine Ideen umsetzen zu können“, so der Leiter des Amts für Jugendarbeit, Thomas Baier-Regnery. Er präsentierte den Mitgliedern der SMV die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Stadt Kempten für beispielsweise Klassensprecherseminare oder Bildungsveranstaltungen. Neben finanziellen Zuschüssen stehen den Schülern auch die Beauftragten der Stadt als beratende Funktion zur Seite, um den einen oder anderen Einfall in die Tat umzusetzen. „Dieses Angebot wurde in der Vergangenheit leider selten in Anspruch genommen“, so Baier-Regnery. Er appellierte an die Schüler: „Wir würden uns freuen, wenn noch mehr Ideen kommen.“ Für eine rege Diskussion sorgte dagegen die Suche nach einen Alternativlösung für die Schulabschlussfeiern im Sommer 2011. Um ein sicheres Feiern der Schüler zu gewährleisten, sprach der Ausschuss für öffentliche Ordnung schon im Oktober vergangenen Jahres ein Verbot für die alljährlich stattfindenden Abschlussfeiern an den Illerwiesen aus (der KREISBOTE berichtete). „Die Iller steht dieses Jahr nicht mehr als Partyzone zur Verfügung“, betonte Baier-Regnery. Beim letzten Mal seien die „Grenzen der Feier deutlich überschritten“ worden. Aufgrund zahlreicher feiernder Schüler mussten die Grünanlagen und Spielplätze des Illerdamms im letzten Sommer teilweise tagelang gesperrt werden. Zusätzlich gab es neben zahlreichen Verletzten und aufwendigen Aufräumarbeiten auch unzählige betrunkene Minderjährige. „Wir als Stadt können die Verantwortung dafür nicht mehr tragen“, erklärte OB Netzer. Nun gelte es gemeinsam mit den Schülersprechern einen Kompromiss, „einen Mittelweg“ zu finden. Suche nach Kompromiss Alternativvorschlag der Stadtverwaltung ist eine große gemeinsame Feier aller Abschlussschüler am 11. Juli im „Parktheater“. Mit diesem Lösungsversuch stießen die Vertreter der Stadt bei den anwesenden Schülerinnen und Schülern allerdings auf Kritik. „Das wird nie funktionieren“, äußerte Philipp Follmer kopfschüttelnd. Der 18-jährige Berufsschüler betonte, dass die Disco für diese Anzahl an Schülern viel zu klein sei und die meisten auch lieber im Freien feiern möchten. „Die Party am Illerdamm hat ja auch schon Tradition“, wandten mehrere Realschüler ein. Auch der Schülersprecher der Berufsoberschule, Wolfgang List, äußerte sich skeptisch: „Die Schüler möchten nach den abgelegten Prüfungen direkt zum Feiern gehen. Diese Euphorie kann man nicht auf einen bestimmten Termin legen.“ Des Weiteren befürchtet der 25-Jährige: „Schüler, die von der Iller vertrieben werden, lungern dann halt in der Stadt rum.“ Dies sei sicherlich auch nicht im Interesse der Bürger und der Verwaltung. Obwohl sich beide Seiten einsichtig zeigten, wird eine optimale Lösung, sowohl für die Schüler als auch für die Stadt, wahrscheinlich nicht gefunden werden können, so Netzer. Dennoch werden die geäußerten Kritikpunkte in die Diskussion mitaufgenommen und es soll versucht werden, einen Kompromiss zu finden. „Wir wollen den Schülern ja nicht den Spaß verderben“, betonte Baier-Regnery und schmunzelte, dass auch die Vertreter der Stadt bei dieser Diskussion selbst an ihre Schulzeit zurückdenken müssten und die angesprochene Kritik dadurch nachvollziehen können. „Ich kann mich auch 30 Jahre zurück erinnern und an seinem Abschlusstag möchte man einfach gerne feiern. Doch man muss das richtige Maß finden“, beendete OB Netzer den Austausch. „Dieses Thema wird bis zum Sommer nochmal ausgiebig diskutiert“, kündigte er an.

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