Vielschichtiges Angebot

Was essen die Kinder in den Kemptener Kindertagesstätten und werden die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. dabei berücksichtigt? Diese Fragen stellte SPD-Stadtrat Lothar Köster im Oktober in einem Brief an OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Im Jugendhilfeausschuss gab es jetzt Antworten.

Das Essensangebot in den Kindertagesstätten im Stadtgebiet sei sehr vielschichtig, erläuterte Birgitt Richter, Leiterin des Amts für Kindertagesstätten, Schulen und Sport. „Es reicht von selbst gekochtem Essen über frisch gekochtes Essen aus Seniorenheimen, bestellte Mahlzeiten von Cateringfirmen und Metzgereien bis hin zur Tiefkühlkost, die vor Ort aufgewärmt wird“, so Richter. In der Regel bestehe das Mittagessen aus einem Hauptgericht mit oder ohne Fleisch, das durch Salat, Suppe oder auch Obst, Kompott oder Joghurt als Nachspeise ergänzt werden kann. Der Preis pro Mittagessen liegt bei zwei bis drei Euro. Manche Einrichtungen besorgen auch eine Brotzeit für den Vormittag, sodass jedes Kind die Möglichkeit hat, ein gesundes und abwechslungsreiches Frühstück zu sich zu nehmen. Früchtetee und Wasser stehen den Kindern in der Regel den ganzen Tag zur Verfügung. Dass bei den Mahlzeiten auf alters- und bedürfnisorientierte, ausgewogenen und abwechslungsreiche Ernährung geachtet wird, gibt auch ein Regelwerk des Bayerischen Bildung- und Erziehungsplans (BEP) vor. Der gilt Birgitt Richter zufolge zwar nur als Orientierungsplan, dennoch habe jede Einrichtung auf dieser Grundlage unter Berücksichtigung der lokalen Bedingungen ein eigenes Konzept zu entwickeln, das zu befolgen sei. Außerdem haben die Eltern die Möglichkeit, meist über den Elternbeirat, auf das Essensangebot für ihre Kinder Einfluss zu nehmen. In einer jährlichen Elternbefragung der Kitas können sich die Eltern ebenfalls zur Verpflegung äußern. „Die Ernährung für die Kinder sollte altersgerecht und gesund sein“, betonte Siegfried Oberdörfer. Der SPD-Stadtrat hegte allerdings leichte Zweifel, ob eine Metzgerei tatsächlich einen entsprechendes Essensangebot machen könne. Oberdörfer betonte jedoch ausdrücklich, dass er nichts gegen Metzgereien habe. Außerdem fragte er, wer den Speiseplan macht und nach welchen Gesichtspunkten das Essen ausgewählt wird. „Die Essensanbieter reichen ihre Angebote ein und aus denen wählen die Einrichtungen dann aus“, erklärte Richter. Dabei werde insbesondere auf gesunde Ernährung geachtet und auch von Metzgereien würden fleischlose Gerichte angeboten, betonte sie. „Jede Einrichtung macht es anders, aber jede macht es bestimmt auf ihre Art richtig“, meinte dagegen Grünen-Stadträtin Erna-Kathrein Groll. Sie wünschte sich jedoch, dass darauf geachtet werde, dass auch regionale und frische Produkte verwendet werden.

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