Vielversprechender Start

Das Krankenhaus in Isny wird auch nach der Umstrukturierung nach Auffassung von Dr. Wolf gut von den Patienten angenommen. Die Gemeinderäte wünschen sich trotzdem eine weitere Spezialisierung. Foto: Schubert

Nach Ansicht der Verantwortlichen ist die Umstrukturierung der Krankenhäuser in Isny und Leutkirch von der Bevölkerung gut angenommen worden. Das berichtete derr kommissarische Geschäftsführer der OSK, Dr. Sebastian Wolf, jüngst im Gemeinderat.

Dr. Wolf betonte, dass er allergrößten Respekt für den Einsatz der Mitarbeiter haben, die die Umgestaltung bewerkstelligt haben. Das Wichtigste sind ihm zufriedene Patienten, die wohlbehalten im Isnyer Krankenhaus untergebracht sind. Mit Dr. Rudolf Gradl als Facharzt für innere Medizin und seinem Mitarbeiterstab ist zumindest dieser Bereich in Isny gut abgedeckt. Zusammen mit Dr. Alber und dreieinhalb Leihärzten sei die Startphase gut gemeistert worden, so Scholz weiter. Ein OSK- Wegweiser wurde aufgelegt und an alle Hausärzte der Region verteilt. Darin ist aufgeführt, was in Isny geleistet werden kann und die Belegungszahlen der ersten Wochen sprechen eine deutliche Sprache: Eine Auslastung der verbliebenen Betten mit teilweise 100 Prozent kann jedenfalls als Vertrauensvorschuss für Dr. Gradl, der schon von 1991 bis 2005 in Isny tätig war und dann mit der Inneren Medizin nach Leutkirch verlegt wurde, gedeutet werden. Sorgfältige Diagnose Dr. Wolf dankte auch den niedergelassenen Ärzten, die mittlerweile 66 stationäre Aufnahmen in Isny veranlasst haben. In Isny wird das komplette Leistungsspektrum der inneren Medizin angeboten. Neueste Geräte sind ebenfalls im Einsatz. Die Ausrüstung ist weitgehend deckungsgleich mit den Vorstellungen von Dr. Gradl und ermöglichen vor allem die sorgfältige Diagnostik und Behandlung der Patienten. Die Aufnahme am Krankenhaus ist rund um die Uhr möglich und man kann sich nach Ansicht von Dr. Wolf darauf verlassen, dass die Ärzte der inneren Medizin ebenfalls bei Notaufnahmen zu Eingriffen im Rahmen der Möglichkeiten bereit sind. 19 Betten? Es wurde versichert, dass auch der zwanzigste Patient nicht abgewiesen wird. „Jeder kann kommen und mit allen Beschwerden. Wir diagnostizieren dann und schauen wie es weitergeht“, so Wolf. „Wir würden uns freuen, wenn das Vertrauen weiter wächst und das kriegen wir nur gemeinsam hin. Der zufriedene Patient ist die beste Zukunftssicherung des Hauses.“ Mehr Spezialisierung Die Gemeinderäte waren zwar von dem Bericht angetan, dass trotzdem nicht die große Euphorie ausbrach, ist beim Blick auf die bisher gelaufene Entwicklung verständlich: Abgabe des Krankenhauses an den Landkreis, Auflösung der Geburtsstation, erste Reduzierung der Bettenzahl, Verlegung der Inneren Medizin, Neuinstallation der „Inneren“, Verlegung der chirurgischen Abteilung und Weggang von Dr. Wißmeyer nach Lindau, erneute Reduzierung der vorgehaltenen Bettenzahl, Abzug von Personal auf Grund der Reduzierungen (allerdings ohne betriebsbedingte Kündigungen) und nun Verhandlungen mit den niedergelassenen Ärzten und die Suche nach neuen Lösungen. Vor diesem Hintergrund meldeten sich verschiedene Räte zu Wort und legten Dr. Wolf ans Herz, weiterhin nach Möglichkeiten der Spezialisierung und unter Berufung auf die vom Kreisrat beschlossene Öffnungsklausel auf Hinzuziehung anderer Mediziner zu denken. Neben der internistischen Basisversorgung sollte ihrer Auffassung nach auch eine Schwerpunktversorgung zugelassen und eventuell für kleinere Eingriffe durch die zeitweilige Abstellung eines Narkosearztes eine neue Möglichkeit der medizinischen Versorgung eröffnet werden. Immerhin sind OPs vorhanden, wenn sie im Augenblick auch nicht genutzt werden sollen. Das vom Aufsichtsrat vorgesehene (und vom Kreisrat bewilligte) jährliche Defizit von 700 000 Euro ist damit noch lange nicht auf Null. Durch größere Vielfalt ist eine bessere Wirtschaftlichkeit eher zu erreichen, war die allgemein vorherrschende Meinung.

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