Virtueller Rundgang

Mit einer gewöhnlichen Stadtführung sind heute kaum noch Besucher anzulocken. Mindestens eine Erlebnis-Stadtführung sollte es schon sein. Da die Kemptener Tourist Information solche aber bereits im Angebot hat, gingen die Verantwortlichen nun noch einen Schritt weiter: Ab sofort können Kempten-Besucher mittels moderner Technik einen audio-visuellen Rundgang durch die Illermetropole machen – ohne zur Not auch nur einen Fuß vor den anderen setzen zu müssen.

Das Prinzip der audio-visuellen Stadtführung ist simpel: An ein kleines Gerät mit Bildschirm – ähnlich einem I-Pad – wird ein Kopfhörer angesteckt und der Power-Knopf getätigt. Mit maximal vier Klicks über den Bildschirm ist der Besucher sofort mitten drin in seinem virtuellen Rundgang. Ein Erzähler und eine Erzählerin berichten dazu jeweils über die historischen Hintergründe zu jedem der 16 virtuell ansteuerbaren Besichtigungspunkte. Nachgestellt wird ein Zwiegespräch zwischen einem Einheimischen und einer auswärtigen Studentin, die sich teils sogar im heimischen Dialekt, über die Sehenswürdigkeiten aufklären lässt. Allerdings können die jeweiligen Punkte auch einzeln angesteuert werden, ohne gleich die gesamte Tour mitmachen zu müssen. Beginn des technisch animierten Rundgangs ist am Rathausplatz, die letzte Station ist die Gerberstraße. Inklusive Gehzeiten dauert eine Führung eineinhalb Stunden. Die reine Sprechzeit beträgt 43 Minuten. „So etwas hat uns noch gefehlt“, frohlockte Heinz Buhmann, Geschäftsführer von Kempten Tourismus- und Veranstaltungsservice, am vergangenen Mittwoch bei der Vorstellung der neuen Geräte der Firma itour. Denn mit normalen Stadtführungen sei heute kaum noch etwas zu gewinnen. „Eine immer größere Rolle spielt die Inszenierung einer Stadt mit Erlebnisorientierung“, betonte er. Da sei die Nachfrage „kontinuierlich steigend“. Bereits im vergangenen Jahr seien bei 650 angebotenen Stadtführungen 12 000 Gäste dabei gewesen. Zufriedene Gäste Obwohl erst seit einigen Tagen im Einsatz, seien die ersten Reaktionen „bislang positiv“ gewesen, berichtete Buhmann. Insgesamt stehen der Tourist-Information zehn Geräte zur Verfügung, die für 7,50 Euro bis zu vier Stunden ausgeliehen werden können. Ein ganzer Tag kostet zehn Euro. Sollten sich die Geräte bewähren, wird bereits jetzt darüber nachgedacht, das Programm in zusätzlichen Sprachen aufzuspielen. Vor allem bei Italienern und Holländern sei das Interesse an Kempten groß, wusste Buhmann zu berichten.

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