Visionäre Ideen, reale Projekte

Im Beisein von 1600 Ehrengästen in der Frankfurter Oper, darunter die hessische Kultusministerin Dorothea Hensler, Kemptens OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) sowie Kempodium-Vorsitzender Ethelbert Babl und Geschäftsführer Martin Slavicek, überreichte die Kultusministerin in Vertretung von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel den Deutschen Stifterpreis 2010 an den Kempodium-Gründer Jens Mittelsten Scheid.

In seine Laudatio hob Prof. Dr. Heribert Prantl, Ressorchef „Innenpolitik“ der Süddeutschen Zeitung, hervor, dass Mittelsten Scheid seine visionären Ideen auch in reale Projekte umsetze und die Idee der Nachhaltigkeit in konkrete Handlungsfelder übersetze und mit Leben fülle. Mittelsten Scheid betonte in seiner Dankesrede, dass Eigenarbeit und Selbermachen die Menschen gegen überflüssigen Konsum immunisiere und damit die Grundlagen für ein neues Verständnis von nachhaltigem Wohlstand auch im Alltag ermögliche. Projekte wie das Kemptener Bürgerzentrum Kempodium zeigten, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch eigenes Tun das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten stärken könnten. Gerade für bildungsschwächere Jugendliche ergäben sich durch handwerkliche Erfolge neue Lebensperspektiven. Wirtschaftlich erfolgreich Neben der Gründung der Franz-Mark-Gesellschaft in Kochel und des Hauses der Eigenarbeit in München war Jens Mittelsten Scheid im Jahr 2000 verantwortlich für den Aufbau des Bürgerzentrums Kempodium in Kempten. Mit jährlich rund 55000 Besuchern und Nutzern, darunter über 4000 Schüler und Jugendliche, und einer Eigenfinanzierungsquote von 83 Prozent ist das Kempodium einer der wirtschaftlich erfolgreichsten sozialen Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Dieses Jahr feiert die schwabenweit einmalige Einrichtung ihr zehnjähriges Jubiläum, unter anderem mit einem „Geburts-Tag der offenen Tür“ am 10. Oktober. Ethelbert Babl und Martin Slavicek zeigten sich in Frankfurt stolz darüber, dass einem aktiven Kempodium-Mitglied diese Ehrung zu Teil wurde. Damit würden indirekt auch die unzähligen ehrenamtlich erbrachten Stunden der Freiwilligen für das Kempodium honoriert. Soziales Miteinander OB Dr. Ulrich Netzer gratulierte, auch im Namen von Landrat Gebhard Kaiser (CSU), dem Preisträger. Nach Aussage von Dr. Netzer „entfalte die Arbeit im Kempodium eine Wirkung in unsere Gesellschaft und für das soziale Miteinander in Stadt und Landkreis, die wir dringend brauchen". Die Verleihung des deutschen Stifterpreises im hessischen Frankfurt am Main fand im Rahmen des europaweit größten Stiftungentreffen statt, das dieses Jahr unter das Thema „Stiftungen in der Stadt – Impulsgeber für das Gemeinwesen vor Ort“ stand.

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