Der neue Verein "Trockenschwimmer" will Skaten und BMX-Fahren fördern

Ziel: Die Szene wiederbeleben

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Sebastian Ziolko, stellvertretender Vorsitzender der „Trockenschwimmer”, wirbt für neue Mitglieder.

Kempten – Das Fahren auf rollenden Brettern oder BMX-Rädern ist ihre große Leidenschaft. Doch viele Skater und Biker fühlen sich insbesondere von den Kommunen nicht richtig ernst genommen.

Aus diesem Grund gründeten neun junge Männer und Frauen im Sommer dieses Jahres den Verein „Trockenschwimmer“. Am Freitagabend stellten Mitglieder die Gruppe und ihre Pläne im Künstlerhaus vor. „Unser Ziel ist es, die Actionsportarten zu fördern“, sagte Sebastian Ziolko, stellvertretender Vorsitzender der „Trockenschwimmer“ am Freitag. Die Schwerpunkte seien dabei das Fahren mit dem Skateboard, BMX und Inlineskates. Ferner gehöre auch das Snowboarden dazu. Ziolko erklärte den ungewöhnlichen Namen des Vereins. „Die Swimmingpools in Kalifornien konnten einst nicht mit Wasser gefüllt werden.“ Skater und BMX-Radler hätten dann die leeren Becken als Fahrbahn genutzt. „Sportstätten sind ein kompliziertes Thema, da man auf die Unterstützung von Städten und Gemeinden angewiesen ist“, meinte der 39-Jährige. 

Beim Pfingsthochwasser im Jahr 1999 sei der Skateplatz am Illerdamm komplett weggespült worden. Seitdem habe es ein extremes Schwinden der Szene im Allgäu gegeben, die sich erst in den vergangenen Jahren wieder erholt habe. Als Aufgaben des Vereins nannte Ziolko die Pflege und den Ausbau von Sportanlagen sowie die Nachwuchsförderung mit der fachgerechten Einweisung in die jeweilige Sportart. Die „Trockenschwimmer“ wollen auch offizieller Ansprechpartner für die Stadt Kempten und die umliegenden Gemeinden sein. „Wir hatten hier in den 1990er Jahren eine sehr intakte Actionsportszene“, berichtete das Gründungsmitglied Daniel Mair. 

Bei Skateboard-Wettbewerben sei der Einzugsbereich groß gewesen und habe von München bis Friedrichshafen gereicht. Der aktuelle Skateboardplatz am Illerstadion erfreue sich jedoch keiner großen Beliebtheit. Es gebe dort keinen Fahrspaß und komme oft zu Zusammenstößen. „Beim neuen Konzept für diesen Skateboardplatz überqueren sich die Fahrwege nicht mehr“, versicherte Daniel Mair. Die Quarterpipe, die schon existiere, die Manual Box, die Pyramide und zwei bis drei Elemente seien kurzfristig umsetzbar. Die Manual Box könnten Skater und BMX-Fahrer nutzen. Die Kickerline gehöre zu den mittel- bis längerfristig realisierbaren Maßnahmen. „Wir wollen das Konzept in einer Zeitspanne von fünf Jahren verwirklichen“, so Mair. 

Suche nach Halle 

„Im Allgäu gibt es viele Regentage. Bei nasser Witterung ist Skateboardfahren nicht möglich“, erzählte Sebastian Ziolko. Die nächsten Skate- und Bikehallen seien mit Ulm und Innsbruck jedoch 90 beziehungsweise 150 Kilometer entfernt. „Eine Skatehalle existiert im kleinen Stil im Grunde schon in Durach auf dem alten Bauhofgelände.“ Das Material sei wie die Miete aus privater Kasse bezahlt worden. Der Unkostenbeitrag für die Hallennutzung betrage fünf Euro pro Tag. Vereinsmitglieder müssten nichts zahlen. „Die Nutzer müssen einen Haftungsausschluss unterschreiben“, so Ziolko. Man baue schon seit zwei Jahren an der Halle. Doch das Gebäude werde im kommenden Frühjahr abgerissen. „Die Stadt soll uns bei der Suche nach einer neuen Halle helfen“, verdeutlichte Ziolko und sprach damit den anwesenden Kemptener Sportbeauftragten Franz Mayr (CSU) direkt an. 

„Die Frauenquote im Verein soll enorm erhöht werden“, erläuterte Brit Doleschal, die Schriftführerin der „Trockenschwimmer“. Es seien daher Workshops für Frauen, Kinder und Senioren geplant. Am Samstag, 23. November, finde in Durach eine Skate- und Bikesession mit einer Feier sowie zwei DJs statt. „Nur wenn viele Mitglieder im Verein sind, kann man für diese Sportarten etwas bewirken“, betonte Ziolko. Gründe, den „Trockenschwimmern“ beizutreten seien die kostenlose Hallennutzung, die Möglichkeit der Einflussnahme, dass Kempten dauerhaft eine Halle haben könnte, man nur gemeinsam wirklich etwas bewegen könne und der Verein die Interessen der Mitglieder bei der Stadt vertrete. Einige Zuhörer ließen sich davon überzeugen und füllten einen Mitgliedsantrag aus. Neben Brit Doleschal und Sebastian Ziolko bilden der Vorsitzende Martin Hänsel und Kassenwart Felix Orth den Vorstand des Vereins.

Franziska Kampfrath

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