"Was lange währt, wird gut"

Mit ihren Eltern und Erzieherinnen schicken die Mädchen und Jungen Luftballons mit guten Wünschen für den Kindergarten gen Himmel. Foto: Kampfrath

Die „Kotterner Flohkiste“ ist ein recht altes Gebäude. Doch das sieht man dem Haus in der Ludwigstraße 50 nicht mehr an. Kürzlich wurde die Kindertagesstätte saniert. In anderthalb Jahren modernisierten die Bauarbeiter das Gebäude energetisch. Dadurch sollen die Heizkosten sinken. Am Samstag feierte die „Flohkiste“ die Neueröffnung mit einem Tag der offenen Tür.

„Schau mal Oma, hier essen wir“, erklärte Jonas seiner Großmutter. Die folgt ihm aufmerksam. Viele Kindergartenkinder nutzten den Tag, um ihren Verwandten die Räumlichkeiten zu zeigen. Im Garten stand ein großes Zelt mit Bierbänken, in dem die Leiterin Carmen Wegner die zahlreichen Gäste willkommen hieß. „Was lange währt, wird endlich gut. Das Ergebnis war der Mühe wert“, sagte sie. Sie habe dies erkannt, als sie nach anderthalb Jahren Umbau die modernisierten Räume besichtigt habe. „Das Dachgeschoss ist durch die neuen Fenster hell und freundlich geworden.“ Im neuen Sanitärraum im zweiten Stock könnten die Kinder jetzt ihre Zähne putzen. „Durch die dichten Fenster und gedämmten Wände werden die Heizkosten geringer werden. Schon im letzten Winter mussten wir kaum heizen“, verdeutlichte Wegner. Kaum ein Kindergarten habe so viele Funktionsräume wie die „Flohkiste“. Während der Sanierungsarbeiten sei der Kinder- gartenbetrieb weitergelaufen. „Ich danke den Eltern für ihre Geduld.“ Die Kemptener Bürgermeisterin Sibylle Knott (FW) berichtete von den Bauarbeiten: „Die Fenster und der komplette Dachstuhl wurden erneuert. Außerdem wurde eine neue Belüftungsanlage eingebaut.“ Dadurch werde das Gebäude modernen energetischen Ansprüchen gerecht. „Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen wissen, wie die Welt funktioniert.“ In der „Flohkiste“ werde deswegen das Thema Forschen im Kita-Alltag umgesetzt. Im anschließenden Gottesdienst sangen und tanzten die Kinder und Pflegerinnen zu dem Lied: „Gott hat mich in sein Herz geschlossen“. Thomas Hagen, Pfarrer an der Mariä-Himmelfahrt-Kirche in St.- Mang, sprach zu den Kleinen: „Es gibt so knatschige Tage, an denen es nicht so läuft. Es gibt aber auch gute Tage. Gott ist jeden Tag bei uns und hat alle lieb.“ Einige Kinder begrüßten mit der jeweiligen Flagge die Gäste in ihrer Muttersprache. Die Jungen und Mädchen stammten aus der Türkei, Rumänien, Russland, der Slowakei, Deutschland, Italien, Vietnam, Marokko, Polen, Pakistan, Afghanistan, Österreich, Ecuador und Albanien. „Ich bin beeindruckt, dass ihr aus so vielen verschiedenen Ländern kommt“, betonte Martin Weinreich, Pfarrer an der Christuskirche. Jeder solle seinem Kind oder Partner öfter einmal sagen, dass er es oder ihn lieb hat. „Der Regenbogen ist ein Zeichen von Gott, dass wir ihm wichtig sind. Gott gebraucht manchmal andere Menschen, um an uns zu denken.“ Dank an Gott In ihren Fürbitten schlossen die Erzieherinnen und Kinder die „Flohkiste“ mit ein. „Lieber Gott, wir danken dir, dass unser Kindergarten so schön und bunt geworden ist. Hilf uns, dass wir gut miteinander spielen und neue Freunde finden“, betete ein Mädchen. „Lieber Gott, danke für die neuen Räume zum Spielen und Lernen. Hilf, dass wir achtsam damit umgehen“, bat ein anderes. Die beiden Geistlichen segneten die Kindertagesstätte. Als Pfarrer Hagen das Weihwasser verspritzte, riefen einige Kinder etwas überrascht „Ääh“. Unter freiem Himmel ließen die Kleinen Luftballons mit guten Wünschen für den Kindergarten in die Höhe steigen. Anschließend besichtigten die Gäste die Räume. Bei den Bauarbeiten wurden das Dach etwas erhöht und die Räume in dem Geschoss neu aufgeteilt. Nun befinden sich dort ein Bällebad, ein Bauzimmer, ein ABC-Zimmer mit Kinderbücherei, ein Sanitärraum, eine Bewegungsbaustelle, ein Schlafraum, eine Kinderküche, ein Schulkindzimmer, ein Personalraum und ein Kuschelraum, in dem die Jungen und Mädchen sich entspannen können.

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