Wechsel bei der Kirchenpflege

Günter Häußler hat einen vollen Schreibtisch bis zum letzten Tag seiner Amtszeit. Foto: Schubert

Die Evangelische Kirchenpflege und die Evangelische Hospitalstiftung waren 16 Jahre lang sein Metier, aber nun geht Günter Häußler in den Ruhestand. „Ich habe in dieser Tätigkeit nie an der Bürotür Schluss gemacht, sondern wurde Tag und Nacht von dieser Aufgabe begleitet“, meinte er. Seinen Job übernimmt Dirk Holst.

Häußlers Tätigkeit als Kirchenpfleger entsprach dem, was überall in einer Kirchengemeinde zum Tagesgeschäft gehört. Betreuung der Kirche, Tätigkeit für die Verkündigung, Betreuung der Pfarrhäuser und der geregelte Ablauf der kirchlichen Veranstaltungen sowie die der Gemeinde. Das ist in Isny aber noch nicht alles. Häußler war außerdem noch Geschäftsführer der Evangelischen Hospitalstiftung und das ist eine Tätigkeit, die zumindest in Deutschland einmalig ist. Hier geht es um eine Stiftung, die ihren Ursprung auf das Jahr 1402 zurückführt, dem Jahr also als in Isny das Hospital gegründet wurde. Mit der Reformation waren in Isny Stadtrat und Kirchengemeinderat die gleichen Personen. Nach der „Ausscheidung“ kam es zur Trennung des kirchlichen und bürgerlichen Vermögens. Mit einer Urkunde aus dem Jahre 1887 wurde in etwa die heutige Form der Stiftung ins Leben gerufen und die Liegen- schaften der Hospitalpflege wurden von der Stiftung weiter verwaltet. Die Struktur ist klar definiert. An der Spitze steht der Hospitalpflegerat, nachgeordnet ist der Hospitalvorstand, der aus vier Personen besteht, und für sie verantwortlich ist der Geschäftsführer mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das nun wieder ist eine kleine aber vielschichtige Einrichtung. Günter Häußler definiert das so: „Vermögendverwaltung unter diakonischen Grundsätzen, zuständig für alle Verträge und die notwendigen Entscheidungen. Da wird man zum ‘Allrounder’, hat täglich neue Aufgaben auf dem Tisch und die damit verbundene Vielschichtigkeit war für mich besonders interessant.“ In den Ruhestand verabschiedet er sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Verantwortung wird abgegeben und eigentlich hat er in den 16 Jahren jeden Vorgang mindestens einmal erlebt. Einige Projekte müssen sowieso noch aufgearbeitet und abgeschlossen werden und da will sich Häußler auf alle Fälle weiter einbringen. „Man bleibt ja Mitglied der Kirchengemeinde und steht dann nicht abseits“, betonte er. In seinem Ruhestand möchte er nun „verschiedene Baustellen abarbeiten“, wie er sagte. „Mein besonderes Anliegen bleibt die Inbetriebnahme kleinerer Wasserkraftwerke, besonders an der Bodenmühle. Das Wasserrecht war erloschen und wenn man so etwas wieder in Betrieb nehmen will fängt man eigentlich bei Null wieder an“, so Häußler.

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