Weg mit dem Alk

Um den Umgang mit Alkohol bei jungen Menschen ging es Martin Diez, Jugendbeauftragter der Stadt Isny, als er kürzlich zu einer Sitzung in den großen Sitzungssaal des Rathauses geladen hatte. Angesichts des brisanten Themas kam eine große Zahl der Mitglieder des Arbeitskreises und darüber hinaus der Einladung nach.

Jugend und Alkohol ist natürlich nicht nur in Isny ein Problem. Wenn man sich aber kinderfreundliche Stadt nennt, muss man die augenblickliche Lage hinterfragen. In seinem Vorbericht bestätigte Martin Diez noch einmal, wie wichtig der Arbeitskreis und die Stadt dieses Thema nehmen. Dazu hatte er einige kompetente Gäste eingeladen. Als erster berichtete Heinz Asche, Jugendgerichtshelfer am Amtsgericht Wangen, aus seiner Praxis. So seien im vergangenen Jahr von 62 „akuten Räuschen“, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, vier von Kindern und 14 von Jugendlichen zu verzeichnen gewesen. Der Rest waren die erwachsenen Vorbilder dieser jungen Patienten. Weniger Alko-Pops 2006 war das Jahr mit den höchsten Zahlen. Da waren 145 Jugendliche eingeliefert worden. Die Ursache waren da die „Alko–Pops“, quasi alkoholhaltigen Limonaden. Hier habe sich die Lage tatsächlich etwas beruhigt, aber nach Meinung der Experten sei jeder Fall ein Fall zu viel. Dr. Wolfgang Dieing, Notarzt im Altkreis Wangen, warnte davor, den Statistiken zu viel Aussagekraft beizumessen. Dazu seien die Zahlen der untersuchten Fälle einfach zu klein. Dann hatte er aber auch einige interessante Zahlen zu präsentieren. Von 980 Jugendlichen in Isny und den Teilorten haben mindestens 200 einmal pro Woche Kontakt mit Alkohol. „Wir sehen aber nur die Jugendlichen auf der Straße, die daheim nicht oder selten.“ Seit Juni 2008 hat Isny seine „alkoholfreie Zone“. Jugendliche, die dort mit Alkohol angetroffen werden, müssen mit Folgen rechnen. In 17 Fällen wurde seit dem ein „blauer Brief“ an die Eltern geschickt, zwei Verwarnungen ausgesprochen, siebenmal Verwarnungsgeld angeordnet und zehn Platzverweise angeordnet. Führerschein in Gefahr „Die Verordnung ist inzwischen In den Köpfen angekommen, Ausrutscher wird es aber immer geben“, meinte Alexandra Kienle vom Ordnungsamt, dazu. Eine Maßnahme bei Alkoholdelikten Jugendlicher ziehe auf alle Fälle. Bei Verstößen und unmäßigem Alkoholgenuss informieren wir die Führerscheinstelle, die die Angaben speichert. Dann bekommt der Jugendliche Schwierigkeiten beim Erwerb des Führerscheins. Nähere Informationen zu dem Thema gibt es bei der der Caritas-Beratungsstelle unter 07522/707510.

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