"Weiterer Schritt nach vorn"

„In Kempten wird Umweltschutz nicht nur großgeschrieben, sondern aktiv praktiziert“, betonte OB Dr.Ulrich Netzer (CSU) bei der Einweihung eines Vier-Kilometer-Teilabschnittes des Fernwärmenetzes in der Lindauer Straße. Derzeit wird das 26 Kilometer lange Versorgungsnetz des Zweckverbandes für Abfallwirtschaft (ZAK) um weitere zwölf Kilometer verlängert. Hierfür sind heuer 5,5 Millionen Euro und nächstes Jahr 5,4 Millionen Euro notwendig.

Man habe in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um das Fernwärmenetz der Stadt auszubauen und alte Feuerungsanlangen durch umweltfreundliche Fernwärme zu ersetzen, sagte Netzer als stellvertretender ZAK-Vorsitzender. Derzeit werden 142 Kunden, darunter die städtische Wohnungsbaugesellschaft BSG, mit jährlich 110000 MWh versorgt. Das bedeutet eine Einsparung von 52500 Tonnen Kohlendioxid, was einer Reduzierung im Stadtbereich um 7,5 Prozent entspricht. Mit dem weiteren Ausbau im nächsten Jahr will der ZAK insgesamt 58000 Tonnen einsparen. „Dies erfordert erhebliche Anstrengungen aller beteiligten Firmen und ZAK-Mitarbeiter“, betonte OB Netzer. Sein Dank galt den Anwohnern und Verkehrsteilnehmern, die durch die Baumaßnahmen in der Lindauer Straße Belastungen und Einschränkungen hätten hinnehmen müssen. „Mit den Bauabschnitten Südwest IV und West I kommen wir unserem Ziel einer optimalen Energieverwertung am Müllheizkraftwerk einen weiteren Schritt nach vorn“, so Netzer. Es sei wichtig, vorhandene Energiepotentiale zu erschließen und durch fossile Energieträger zu ersetzen. Man benötige für die Zukunft eine Erzeugung, die möglichst unabhängig sei von internationalen Entwicklungen. „Wir brauchen einen Energiemix aus vielen verschiedenen Komponenten, Fernwärme aus Müll und Hackschnitzel, Pellets, Biogast, Wasserkraft, Sonne und Wind“, so der OB. Dennoch werde man in nächster Zukunft nicht ganz auf herkömmliche Kraftwerke verzichten können. Besonders wichtig sei aber nicht nur die ökologische Erzeugung, sondern auch das Thema Energieeinsparung und effektive Nutzung. Die Frage sei, „wie wird am Ende ein Schuh daraus.“ Hinsichtlich der Wärmedämmung bestünden noch große Lücken. Insbesondere die Kommunen müssten hier Vorbild sein. Selbst der Blick auf die oft klammen Kassen der öffentlichen Haushalte dürfe nicht abschrecken. Netzer: „Diese Ausgaben sind Investitionen in die Zukunft und amortisieren sich beim Blick auf die Energiepreise meist sehr schnell.“ Hier ginge die Stadt Kempten mit ihren eigenen Liegenschaften, aber auch die Wohnungsbaugesellschaften BSG und Sozialbau mit gutem Beispiel voran. Der ZAK habe mit seinem Energiekonzept die Hausaufgaben gemacht. Bereits 1996 sei mit der Einweihung des Kompaktofens der erste große Schritt in Richtung Energielieferant gemacht worden. Eineinhalb Jahre später habe der Verband dem Kompaktofen das Holzheizkraftwerk zur Seite gestellt. Netzer: „Mit diesem Energieverbund war es möglich, im Bereich der Fernwärmelieferungen in neuen Dimensionen zu denken.“

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