Ein weiterer Schritt nach vorne

Prof. Dr.-Ing. Helmuth Briechle (v.l.), Leiter des IABF, Ludwig Karg, B.A.U.M. Consult, und Prof. Dr.-Ing. Andreas Rupp, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung, wollen das Allgäu auch im Bereich Forschung voranbringen. Fotos: Tröger

Die Einweihung des Technologie Netzwerks Allgäu (TNA) und des Instituts für angewandte Batterieforschung (IABF) vergangene Woche nannte Prof. Robert F. Schmidt, Präsident der Hochschule, eine „echte Premiere“. Außerdem hinaus spiegle sie die Entwicklung von der einstigen Fachhochschule als höhere Lehranstalt hin zur Hochschule mit regem Forschungsbetrieb wieder.

Das TNA versteht sich als Verbund von neuen Technologiezentren der Hochschule an drei unterschiedlichen Standorten mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten: In Kempten liegt der Fokus auf Elektromobilität; in Kaufbeuren auf der kontaktlosen Daten- und Leistungsübertragung; in Memmingen auf der Leistungselektronik erneuerbarer Energien. Den Schwerpunkt Elektromobilität in Kempten sah Schmidt als eines der weiterführenden Projekte nach der „eE-Tour – effiziente Elektromobilität & Tourismus“ – ein Gemeinschaftsprojekt mit der Allgäuer Überlandwerke GmbH (AÜW), das im letzten September ausgelaufen sei. Er nannte drei Finanzierungs-Säulen für das TNA: Fördergelder für fünf Jahre in Höhe von insgesamt sieben Millionen Euro, die beteiligten Kommunen stellen die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung und schließlich Einnahmen von „Aufträgen, die wir von den Unternehmen erwarten“. Durch das TNA soll die heimische Wirtschaft mit gezielt ausgebildeten Nachwuchskräften versorgt werden und den Firmen ein passender Partner für Gemeinschaftsforschung in unmittelbarer Nachbarschaft zur Verfügung stehen. Das bereits am 1. Mai gegründete IABF widmet sich der anwendungsorientierten Erforschung des Betriebsverhaltens von großen Batterien. Lag die Konzentration bislang auf der Speicherung von Energie für Elektrofahrzeuge, sollen künftig ebenso Speichermöglichkeiten für den Einsatz in Energieversorgungsnetzen erforscht werden. Wie Prof. Dr.-Ing. Helmuth Briechle, Leiter des IABF, meinte, sei es nicht das ursprüngliche Ziel gewesen, „Batterieexperte zu werden“, aber aus der Elektromobilität hätten sich andere Gebiete entwickelt. Großer Bedarf Zusammen mit Prof. Dr.-Ing. Andreas Rupp, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung, und Ludwig Karg von B.A.U.M. Consult, erläuterte er die „Herausforderung“ auch Speichermöglichkeiten für den Netz-Strom zu entwickeln. Allein wegen der schwankenden Netzeinspeisungen aus erneuerbaren Energiequellen ergebe sich hier Bedarf. Auf rund 600 000 Euro, bezifferte Schmidt die durch Fördergelder und Sponsoring finanzierte Batterie, die dem IABF dafür in Kürze zur Verfügung stehen werde und „die es unseres Wissens in dieser Größenordnung sonst nicht gibt“. Wie die Stadtoberhäupter der beteiligten Städte, Kemptens OB Dr. Ulrich Netzer, Memmingens OB Dr. Ivo Holzinger und Kaufbeuerns OB Stefan Bosse, bekundeten, wolle man dafür sorgen, dass das Projekt nach Ablauf der Förderung „auf eigenen Beinen stehen wird“.

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