Ritter&Kyburz stellen Weiterbau und Sicherung der Baugrube in Aussicht

"Es wird kein Bus in die Grube fallen"

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Als weitaus weniger dramatisch als die Stadtverwaltung glauben machen will, bewertet der Anwalt der Schweizer die Sicherheitslage am "großen Loch".

Kempten – Wann wird weiter gebaut? Wird überhaupt weiter gebaut? Diese Fragen stellen sich derzeit viele beim Blick ins „große Loch“. Es wird weitergebaut – das kündigte zumindest Thomas van der Heide, Anwalt der Schweizer Investoren, gegenüber dem Kreisbote an.

„Wir tun gerade alles um den Weiterbau vorzubereiten.“ Allerdings behindere die Kemptener Stadtverwaltung mit ihren ständigen Ersatzvornahmen die Arbeiten. „Wir tun alles, was zur Sicherheit der Baustelle erforderlich ist“, betonte van der Heide. 

Zwar sei es nach der langen Standzeit tatsächlich denkbar, dass sich Teile der Verankerung lösen könnten. So brisant wie die Stadt die Situation darstelle, sei die Sicherheitslage aber bei weitem nicht. „Es wird kein Bus in die Grube fallen“, betonte er. „Viel mehr Sorgen macht uns das Verhalten der Stadt bei der Herstellung der Sicherheit“, sagte er. Denn die Stadt habe mit ihren knappen Fristsetzungen und kurzfristig angesetzten Ersatzvornahmen seinen Mandanten die Arbeiten quasi entzogen. Daher seien mittlerweile sechs Verfahren gegen die Ersatzvornahmen und Fristsetzungen vor dem Verwaltungsgericht in Augsburg gegen die Stadt anhängig. 

 Hinter den Kulissen werde währenddessen „gezielt gesteuert und gut geplant“ am Weiterbau gearbeitet – zumindest bis zur Erdoberfläche. So soll laut van der Heide „so bald als möglich“ nach Wiederherstellung der Grubensicherheit – die für die Fortsetzung der Arbeiten unerlässlich ist – der Verbau ersetzt werden. Der Bau der Außenmauern werde derzeit geprüft. Es werde auch darüber nachgedacht, eines der Tiefgaragengeschosse in ein Untergeschoss umzubauen. Dann müsse überlegt werden, wie das Wasser aus dem rund 18 Meter tiefen Loch abgepumpt werden kann. „Momentan würde das sofort die Kanalisation überfordern.“ 

 Wie es oberirdisch weitergeht, ist dagegen nach wie vor offen. Da die Verwaltung und Politik nach wie vor keinen zentrenrelevanten Einzelhandel gegenüber dem Forum Allgäu genehmigen wollen, spricht derzeit viel für ein weiteres Normenkontrollverfahren der Schweizer gegen den Bebauungsplan.

Matthias Matz

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