Zu wenig Krippengruppen

In der Kinderkrippe der Kindertagesstätte St. Anton haben die aufgenommenen Kinder viel Platz zum Spielen. Doch auch hier ist die Warteliste sehr lang. Foto: Läufle

Derzeit können nicht alle Kinder unter drei Jahren in Kempten in Krippen untergebracht werden. Über den Ausbaustand im Krippenbereich berichtete Birgitt Richter, Leiterin des Amts für Kindertagesstätten, Schulen und Sport, vergangene Woche im Jugendhilfeausschuss. Bis zum 31. Juli 2013 werden in Kempten schrittweise neue Krippenplätze geschaffen, so dass dann zwischen 320 und 350 Kinder unter drei Jahren in Krippen betreut werden können.

Ab dem 1. August 2013 besteht für alle Kinder vom ersten bis zum vollendeten dritten Lebensjahr ein Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in einer Kindertageseinrichtung oder der Tagespflege. Deshalb hat die Stadt Kempten im vergangenen Jahr konkrete Ausbauschritte benannt. Demnach sollte das im vergangenen Jahr vorhandene Platzangebot in Kinderkrippen um 120 bis 130 Plätze nach und nach aufgestockt werden, so dass bis zum entscheidenden Jahr 2013 zwischen 320 und 350 reine Krippenplätze vorhanden sind. Zusammen mit einem Platzangebot von rund 50 Plätzen in der Tagespflege und der Möglichkeit, bis zu 150 Kinder ab zweieinhalb Jahren in Kindergartengruppen aufzunehmen, wäre dann der geforderte Versorgungsgrad von 31 Prozent erreicht, erläuterte Richter. Die 31 Prozent wurden als Richtmarke für die nötige Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren in Bayern ermittelt, bundesweit liegt die Quote bei 35 Prozent. Grundsätzlich, so Richter, sollte sich das Angebot jedoch am Bedarf vor Ort orientieren. „Um einen möglichst aktuellen Stand über die Bedarfslage im Stadtgebiet zu erhalten, hat das Amt für Kindertagesstätten, Schulen und Sport von Februar bis März eine Elternbefragung bei den Kemptener Kinderärzten initiiert“, schilderte Richter. Befragt wurden die Eltern von Kindern im Alter zwischen zehn und 12 Monaten. Die Auswertung im April ergab, dass 30 Eltern keinerlei Betreuungsangebot benötigen, sieben bereits einen Krippen- oder Tagespflegeplatz hatten und 16 noch einen Betreuungsplatz ab September oder später suchten. Kein Platz für alle Um weitere Daten zur Versorgungssituation innerhalb des Stadtgebiets zu erhalten, seien Ende Juni alle Einrichtungen mit Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren angeschrieben und um Auskunft gebeten worden, ob zum 1. September noch Kinder auf der Warteliste standen, berichtete die Amtsleiterin. Das Ergebnis war, dass für 167 Kinder unter drei Jahren ab Herbst noch eine institutionelle Kinderbetreuung gewünscht wird, da sie in keine Einrichtung aufgenommen werden konnten. Daraufhin hätten das Amt in den vergangenen Wochen zehn verschiedene Anfragen von freigemeinnützigen und gewerblichen Trägern erreicht, die Interesse an einem neuen oder einem weiteren Krippenbetrieb zeigen. Zum 1. Dezember werde das Amt für Kindertagesstätten nochmals eine Abfrage nach Wartelistenplätzen machen. Nach jeweils drei Monaten soll das wiederholt werden, um ein klareres Bild über die Bedarfslage zu bekommen. Gleichzeitig, so Richter, werden die Trägeranfragen hinsichtlich ihrer Machbarkeit überprüft. Siegfried Oberdörfer (SPD) stellte fest, dass es einen großen Bedarf für Krippenplätze gebe. In seinen Augen blieb aber eine Aufgabenstellung: „Wie kann man die Kinder betreuen, die jetzt da sind?“ Schulreferent Benedikt Mayer entgegnete ihm, dass konkrete Maßnahmen in Planung seien und innerhalb der nächsten zwei Jahre 110 neue Krippenplätze fertig werden müssten.

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