Weniger Vorfälle

Nicht nur die Festwochen-Verantwortlichen waren sehr zufrieden mit dem Verlauf der diesjährigen Allgäuer Festwoche (siehe Bericht oben), auch die Kemptener Polizei zog ein positives Fazit. Erfreuliches konnte Polizeioberkommissar Peter Stöckle vermelden: Bei den Jugendschutzkontrollen waren im Vergleich zum Vorjahr wesentlich weniger Jugendliche auffällig geworden. Insgesamt hatte es die Polizei eigenen Angaben zufolge bis Sonntagmittag mit vier Widerstandshandlungen, elf Körperverletzungsdelikten und zehn Fällen von Hausfriedensbruch zu tun. Des weiteren wurden im Vorfeld und während der Festwoche 30 Hausverbote ausgesprochen.

Diese Zahlen belegen dem Abschlussbericht der Polizei zufolge einen deutlichen Rückgang der Kriminalität bei der Allgäuer Festwoche. Aus Sicht der Polizei ist dieser Umstand auf das professionelle Zusammenwirken aller beteiligten Organisationen zurückzuführen und verdeutlicht, dass sich das Sicherheitskonzept bewährt hat. Das gemeinsame Sicherheitszentrum mit Rettungsdienst, Feuerwehr, Sicherheitsdienst und Polizei sei als Institution nicht mehr wegzudenken, betonte Peter Stöckle. Wie bereits in den Vorjahren war ein polizeilicher Schwerpunkt heuer einmal mehr der Jugendschutz. Neben den allgemeinen täglichen Jugendschutzkontrollen durch den Sicherheitsdienst organisierte das städtische Jugendamt zusammen mit der Kemptener Polizei an drei Tagen Schwerpunktkontrollen. „Die konsequente Fortführung der Überwachungsmaßnahmen und die Vielzahl an Einzelmaßnahmen im Gesamtpaket konnten dazu beitragen, dass die Aufgriffe innerhalb des Geländes der Allgäuer Festwoche deutlich reduziert wurden. Die Anzahl der Verstöße gegen die Festwochenverordnung von 36 (Vorjahr 88), macht den Erfolg des Maßnahmenpaketes deutlich“, unterstrich Stöckle. Trotzdem kam es auch in diesem Jahr zu vereinzelten Ausreißern. So hatte der männliche Spitzenreiter, ein 15-Jähriger, 1,98 Promille intus. Die Kemptener Polizei betont jedoch, dass der Alkoholmissbrauch durch Jugendliche ein weit verbreitetes gesellschaftliches Problem darstellt und kein Phänomen der Allgäuer Festwoche ist. Mehr Vorglühen Die „Stellvertreterkäufe“, die im vergangenen Jahr noch ein großes Thema waren, fielen heuer nicht mehr ins Gewicht. Vielmehr war Peter Stöckle zufolge zu beobachten, dass das sogenannte Vorglühen außerhalb des Geländes über Hand nimmt. „Die Forcierung von Maßnahmen zur Reduzierung alkoholbedingter Gewalttaten und Ordnungsstörungen Jugendlicher und junger Erwachsener nehmen bei der Polizei auch weiterhin eine übergeordnete Rolle ein“, betonte Polizeioberkommissar Stöckle. Zufrieden war die Kemptener Polizei einmal mehr mit dem Transfer der Nachtbesucher. Die in diesem Jahr neuen Busbändchen seien von Anfang an von den Festwochenbesuchern gut angenommen worden. Die verbilligten Abendtarife sind und bleiben aus Sicht der Polizei ein riesiger Vorteil für die Festwochenbesucher, auch aus dem Umland. Im Laufe der Woche wurde auch das Zutrittsproblem an der Sparkasse in den Griff bekommen. Das neuartige Sperrgitterkonzept trug erheblich zur Entspannung an den Kassenhäuschen am Eingang 3 bei. Insgesamt war die Polizei mit dem elektronischen Einlasssystem, das heuer einmal mehr verlässliche Zahlen über die Zu- und Abwanderung der Besucher auf dem Festgelände lieferte, sehr zufrieden. Die aktuellen Daten ermöglichten schließlich eine kontrollierte Öffnung und Schließung der Zugänge und verhinderten eine Überfüllung des Geländes. Zahlen rückläufig Resümierend stellte der Leiter der PI Kempten, Günter Hackenberg, zufrieden fest, dass das Sicherheitskonzept voll aufging. Die Straftaten und Ordnungswidrigkeiten waren deutlich rückläufig. Keinerlei Probleme gab es im Hinblick auf die Anwendung des Nichtraucherschutzgesetzes in den Gastronomiebetrieben. „Für die Mitarbeiter der PI Kempten bedeutet die Allgäuer Festwoche alljährlich einen personellen Kraftakt“, erläuterte Peter Stöckle im Abschlussbericht zur Allgäuer Festwoche. So verrichteten an den Wochenenden bis zu 20 Beamte der Inspektion und des Einsatzzuges ihren Dienst. Dabei leisteten sie über 1600 Einsatzstunden in der Polizeiwache und auf dem Festgelände.

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