Wenn das Kapital fehlt

Die Isnyer Unternehmer werden die Wirtschaftskrise in vollem Ausmaß erst im kommenden und übernächsten Jahr zu spüren bekommen. Diese These vertrat zumindest Josef Hodrus von der Volksbank vergangene Woche beim Unternehmerstammtisch von Isny Aktiv. Gastgeber war diesmal die Volksbank Allgäu West. Hodrus, Vorstandsmitglied und dort für Markt und Vertrieb zuständig, gab den Anwesenden anhand des eigenen Geldinstituts einiges an Wissenswertem über Marktstrategien und Krisenmanagement mit auf den Weg.

Die von ihm vermittelten Informationen betrafen vor allem die nach seiner Meinung für die Isnyer Unternehmen noch lange nicht beendete Wirtschaftskrise, die erst 2010/2011 in voller Stärke auch in Isny spürbar sein wird. Mangelnde Eigenkapitalquoten sind in seinen Augen ein Gefahrengebiet, das nicht zu unterschätzen ist. Krisen eines Betriebes zeichnen sich demnach in drei Stufen ab. Zuerst die strategische Krise, dann die Erfolgskrise und daraus schließlich resultierend die Liquiditätskrise. Spätestens dann komme die Bank ins Spiel, und hier werden auch in Isny noch immer Hoffnungssignale gesendet. Die Volksbank zeige sich als gut aufgestellt, betonte Hodrus. Mit Portfolio-Analyse und Kundenwerbung, Gewinnung neuer Kundenkreise und Verzögerung der abfallenden Kurven lasse sich vieles managen. Dienstleistungen, Sonderleistungen für die Kunden und Bündelung der Kosten über einen allein stehenden Betrieb hinaus seien Schritte auf dem richtigen Weg. „Die Ziele müssen so hoch gesteckt sein, dass sie bei großen Anstrengungen gerade noch zu erreichen sind.“ Vor allem seien es aber auch Ansätze zur Motivation der Mitarbeiter, die in solchen Fällen hilfreich sein könnten. Seminare, Workshops und Möglichkeiten der Identifizierung mit dem Betrieb sind ebenfalls zu empfehlen. „Gewonnen werden Strategien im Kopf“, so der Bänker. Der Vorsatz, auch gewinnen zu wollen, sei allerdings ausschlaggebend. „Optimismus ist Pessimismus allemal vorzuziehen“, betonte Hodrus. Diskrete Geschäfte Das Hodrus an dieser Stelle besonders natürlich für die Volksbank Allgäu West sprach, liegt auf der Hand. Für ihn und die anderen Mitarbeiter zähle das Vertrauen, dass im Kreditgeschäft herrschen sollte. „Unsere Bank verkauft keine Kredite an andere“, erläuterte er. „Unsere Geschäfte werden nach Möglichkeit individuell und diskret abgewickelt und damit haben wir bisher die besten Erfahrungen gemacht.“ Die anschließende Fragerunde war nicht sehr ausgeprägt. Die meisten Isnyer Unternehmer schienen mit sich und der Umwelt im Reinen zu sein. Der Hinweis von Jakob Immler spricht jedenfalls dafür: „In guten Zeiten verdient jeder, in schlechten Zeiten nur der Gute. Der Einzelhandel in Isny muss trotzdem darauf achten, dass Isny attraktiv bleibt und nicht zur Schlafstadt degradiert wird“, sagte er.

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