Wenn weniger mehr ist

Weniger, aber bessere Fahrzeuge und modernere Ausrüstung für die Feuerwehr hat das Amt für Brand- und Katastrophenschutz im Haushalt für das kommende Jahr vorgesehen. 82 Prozent der neuen Ausrüstung sei jedoch Ersatz für veraltetes Material, erklärte der Leiter des Amtes, Stephan Rudolph, kürzlich im Haupt- und Finanzausschuss. Des Weiteren steht das kommende Jahr im Zeichen der neuen Integrierten Leitstelle (ILS), die in der zweiten Jahreshälfte ihre Arbeit aufnehmen soll.

Die Zahl der Fahrzeuge von 76 auf 57 zu reduzieren, sei das Ziel laut Feuerwehrbedarfsplanung, so Rudolph. Zu diesem Zweck soll die Stadt im kommenden Jahr 470000 Euro ausgeben, um zwei Mehrzweckfahrzeuge, ein Kommandofahrzeug, ein Löschfahrzeug und einen gebrauchten Stapler zu beschaffen. Dass weniger manchmal mehr ist, schlage sich auch in den Unterhaltskosten für den Fuhrpark nieder. 52000 Euro sind im Haushalt dafür veranschlagt statt wie im vergangenen Jahr 74000 Euro. Bei der Ausrüstung der Feuerwehr müsse das Amt für Brand- und Katastrophenschutz laut Rudolph dringend investieren. 407600 Euro werden kommendes Jahr in neue Ausrüstung fließen, etwa viermal so viel wie heuer. Er nannte mehrere Beispiele für veraltete Ausrüstung und Technik, die dringend ersetzt werden müsse. Der Atemluftkompressor, der die Sauerstoffflaschen befüllt, „gibt stündlich den Geist auf“, so Rudolph. 28000 Euro kostet der Ersatz. „Die Atemschutzanlage ist 30 Jahre alt und nicht mehr auf dem heutigen Stand, wir bekommen keine Ersatzteile mehr“, führte er weiter aus. In der Anlage trainieren die Feuerwehrleute den Ernstfall in einem brennenden Gebäude. 125 000 Euro koste die Neuanschaffung. Der Freistaat werde hier rund 37 000 Euro zuschießen, so der Amtsleiter. Rund 1,9 Millionen Euro sind an Einnahmen für die neue Integrierte Leitstelle im Verwaltungshaushalt vorgesehen. Einen Teil davon zahle die Stadt jedoch selbst, da dieses Geld vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung komme, dem Kempten angehört. Über den Überschuss von rund 1,5 Millionen Euro im Budget für die ILS dürfe man sich jedoch nicht zu früh freuen. Ein Großteil der Betriebskosten finden sich laut Rudolph im Haushalt des Personalamts wieder. Insgesamt sollen sich Einnahmen und Ausgaben jedoch ausgleichen.

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