Werkstätten mit neuem Angebot

Das neue Arbeitsfeld innerhalb der Allgäuer Werkstätten heißt „Archivierung“. Seit mehr als sechs Monaten laufen die Vorbereitungen dafür. „Die Digitalisierung, sprich elektronische Vorhaltung von Akten, ist bereits seit 2006 gesetzlich Pflicht und wird inzwischen immer stärker von den Unternehmen gefordert“, informiert dazu Andreas Kellner, Leiter der Archivierungsgruppe. „Als Allgäuer Werkstätten möchten wir interessierten Kunden diese Serviceleistung anbieten, denn wir haben die Manpower, die Diskretion und die notwendige Genauigkeit, um Fehlerprozesse zu vermeiden“, ist Geschäftsführer Michael Hauke überzeugt.

Immer auf der Suche nach einem möglichst breit gefächerten Arbeitsplatzangebot für die Beschäftigten mit Behinderung, entdeckte die Geschäftsleitung vor einiger Zeit die Digitalisierung von Akten als neues Angebotspotential. Mehr als 15 000 Euro investierte die Werkstatt für Menschen mit Behinderung in die Software, elektronischen Geräte, die abschließbaren Aktenschränke und vieles mehr. Neben dem Lettershop entwickelte sich die eigene Abteilung „Archivierung“. Andreas Kellner konzipierte den möglichen Arbeitsablauf für die Zusammenarbeit mehrerer Beschäftigter mit Behinderung und machte sich in dem Mitarbeiter-Pool auf die Suche nach Personen, die diese hoch qualifizierten, anspruchsvollen Arbeiten leisten könnten. Aktuell bildete Kellner Stefan Hegemann, Christine Bigl, Melih Acatürk und Timo Rädler aus. Die einzelnen Arbeitsschritte können die vier „Archivierer“ untereinander wechseln. Christine Bigl beginnt beispielsweise mit dem Sichten des Ordners. Klammern von zusammenhängenden Dokumenten werden entfernt – aber durch ein Trennblatt mit Patchcode getrennt. Anschließend werden die Papiere vom Hochleistungsscanner – den sie liebevoll „Bonzo“ nennen – abgelichtet. Nach dem Einscannen nimmt Melih die Dokumente entgegen und legt sie wieder ab. Dann ist es an Timo, den Scan zu überprüfen. „Manchmal wird ein Dokument schief eingezogen, dann muss dieser Arbeitsabschnitt wiederholt werden“, erklärt er. An Stefan ist es, das komplette Dokumentenpapier zu verschlagworten – mit Datum, Firma, Anlass etc. „Die Unternehmen sollen ja die einzelnen Papiere wiederfinden können. Da benötigen sie entsprechende Suchkriterien.“ Neben dieser anspruchsvollen Arbeit hat Andreas Kellner sein Team auch in der weiteren PC-Nutzung geschult – E-mails schreiben, Terminverwaltung etc. „Der Arbeitsplatz ist hochwertig“, so Kellner. Er kann sich durchaus vorstellen, dass ein Mitarbeiter von hier aus auf eine Arbeitsstelle außerhalb der Werkstatt wechseln könnte. Weitere Infos dazu gibt es auch unter der Telefonnummer 0831/96 02 884 37 oder per E-mail unter archivierung-info@aw-ke.de.

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