Entwürfe vorgestellt

Bebauung ehemaliges Klinikgelände

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Mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde der Entwurf des Münchner Architekturbüros Palais Mai mit den Landschaftsarchitekten Grabner + Huber aus Freising.

Kempten – Die Bebauung und Nachnutzung des Gebäudes des ehemaligen Klinikums in der Memminger Straße nimmt langsam Formen an.

Die nicht denkmalgeschützten Gebäude sind inzwischen abgerissen und um hier ein qualitativ hochwertiges Wohnquartier entstehen zu lassen haben die Sozialbau Kempten und das Sozial-Wirtschafts-Werk Sonthofen (SWW) die „Stiftsstadt Wohnen GbR“ gegründet. Der von ihr ausgelobte städtebauliche und landschaftsplanerische Wettbewerb ist abgeschlossen und die fünf besten der insgesamt 20 eingereichten Entwürfe wurden nun im Planungs- und Bauausschuss vorgestellt.

Das Wettbewerbsgebiet umfasst eine Fläche von rund 1,7 Hektar, wovon die erste Teilfläche mit 1,2 Hektar östlich des ehemaligen Klinikgebäudes von der GbR erworben wurde, um qualitative Wohnbebauung zu errichten. Die zweite und südlich gelegene 0,5 Hektar große Teilfläche ist weiterhin im Eigentum des Klinikums. Dort befindet sich seit 2003 das „Allgäu-Hospiz“ mit derzeit acht Gästezimmern im Erdgeschoss. Bekanntlich besteht allerdings Erweiterungsbedarf auf bis zu 16 Gästezimmer, weshalb hierfür ebenfalls eine städtebauliche Einordnung der Hospiznutzung untersucht wurde.

Die laut Jury beste Arbeit hat des Büro Palais Mai Architekten in München mit Grabner + Huber Landschaftsarchitekten aus Freising vorgelegt. Das „riegelartige Gebäude nach Nord, Ost und Süd“ bilde ein großzügiges Baugefüge, „in welches drei differenzierte Punkthäuser eingefügt sind“, so in der Begründung. Gelobt werden darin weiter das Einhalten der nötigen Distanz zur Bebauung an der Gerhard-Hauptmann-Straße, der proportionierte Platzraum hin zu Friedhofskirche und Friedhofseingang, gebührende Rücksichtnahme auf die Baudenkmäler (Klinikgebäude und das so genannte Waschhaus) oder auch die „gut organisierten“ Freiräume. Das Preisgericht beurteilt zudem den Vorschlag für das Hospizgebäude als „sowohl städtebaulich als auch funktional richtig.“ Gute Ansätze sieht die Jury in der Durchwegung für Fußgänger oder auch bei den Zugängen zu den Gebäuden. Überarbeitungsbedarf gibt es laut Baureferentin Monika Beltinger allerdings bezüglich der „Wohnungsmischung“, die nicht „ganz den Auslobungen“ entspreche. Neben „lebendigen Wohngrundrissen“ wird in der Beurteilung auch „die Qualität der Treppenhäuser“ gelobt und auch, dass der Entwurf sehr sensibel auf die städtebauliche Situation reagiere.

Noch kein Beschluss

Auf Bitte von Erwin Hagenmaier (CSU) soll erst in der Septembersitzung ein Beschluss gefasst werden, ob die Arbeit des Büros Palais Mai Architekten als Grundlage für das künftige Bebauungsplanverfahren dienene soll. Er sehe sich „außerstande das in 20 Minuten zu entscheiden“, wofür die Jury einen ganzen Tag gebraucht habe, meinte er. Theo Dodel-Hefele (Grüne) favorisierte den Vorschlag zum Hospiz aus der mit dem vierten Preis ausgezeichneten Arbeit, der laut Beltinger bei der Umsetzung prinzipiell als Teil übernommen und integriert werden könne. Franz Mayr (CSU) regte eine Überprüfung an, die praktisch ausschließlich Flachdächer zumindest partiell in Satteldächer umzuwandeln. Nach dem Beschluss in der Septembersitzung des Planungs- und Bauausschusses soll im Oktober der Stadtrat über die weiteren Planungen entscheiden.

Der Siegerentwurf sowie die weiteren im Bauausschuss vorgestellten Arbeiten können derzeit im Tagungszentrum „S4“ begutachtet werden (s. Infokasten):

2. Preis: DIN A4 Architektur ZT, Innsbruck und Gruber + Haumer Landschaftsarchitektur, Bürs; 3. Preis: Bogevischs Büro Architekten, München und Burger Landschaftsarchitekten, München; 4. Preis: Deffner Voitländer Architekten, Dachau und Weihs Landschaftsarchitektur, München sowie eine Anerkennung für den Entwurf von Fischer & Gibbesch Architekten, Sonthofen.

Christine Tröger

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