Wichtiger Lückenschluss

Bruno Fischle, Leiter des staatlichen Bauamts Kempten (v.l.), der Waltenhofener Bürgermeister Eckhard Harscher, der Waltenhofener Landtagsabgeordnete Adi Sprinkart, Staatsminister Thomas Kreuzer, Kemptens OB Dr. Ulrich Netzer und Karl Nägele, technischer Geschäftsführer der Firma Geiger im Bereich Tiefbau, geben den Weg frei. Foto: Kampfrath

Radler können jetzt unbeschwerter von Kempten nach Waltenhofen und zurück fahren. Bauarbeiter der Firma Geiger verbreiterten den 1,2 Kilometer langen bereits bestehenden Gehweg zwischen der Molkerei Edelweiß und Weiberg auf zweieinhalb Meter. Außerdem errichteten sie einen 800 Meter langen neuen Geh- und Radweg zwischen Weiberg bis auf die Höhe der Industriestraße in Hegge. Am Freitag vergangener Woche wurde die Strecke entlang der B19 offiziell eröffnet.

Fast gleichzeitig mit der Fertigstellung des Radwegs endete auch die Instandsetzung der B19 zwischen der Molkerei Edelweiß und Lanzen. Etwa 1,2 Millionen Euro kosteten die Baumaßnahmen insgesamt. „Nach rund 25 Jahren nicht immer leichten Grundstücksverhandlungen, nach zwei Böschungsrutschungen in dieser Zeit und einem zwischenzeitlichen Verkehrszuwachs auf der B19 auf zuletzt 21 000 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden war es nunmehr allerhöchste Zeit, die bestehende Ausbaulücke im Zuge des begleitenden Geh- und Radwegs zu schließen“, sagte Bruno Fischle, Leiter des Staatlichen Bauamts Kempten, auf dem Parkplatz Weiberg. Investitionen in Geh- und Radwege stünden in Verbindung mit der Erhöhung der Verkehrssicherheit, einem Beitrag zur Gesundheit beziehungsweise Fitness jedes Einzelnen und einem Beitrag zum Klimaschutz. „Der heute fertig gestellte Geh- und Radweg ist dabei aus meiner Sicht einer der wichtigsten Radwegabschnitte in unserem Bauamtsgebiet, stellt er doch die starke nachbarschaftliche Vernetzung zwischen Kempten und Waltenhofen, gerade entlang der stark belasteten B19 in den Fokus und bildet so einen wichtigen Lückenschluss zwischen der Stadt Kempten und dem südlichen Naherholungsgebiet“, erklärte Fischle. Amtsintern habe er eine Umfrage gestartet, wie die jetzige Strecke heißen könnte. Weg in den Süßen, Weg des Friedens, Weg der Sinne, Weg der guten Nachbarschaft und Weg ins Grüne hätten die Vorschläge gelautet. Zeichen der Verbundenheit Die Idee „Weg der guten Nachbarschaft“ gefiel dem Kemptener OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) besonders gut. „Wir wollen unsere Freude ausdrücken, dass damit ein Zeichen der Verbundenheit entstanden ist. Netzer nutzte die Gelegenheit, um auf die bundesweite Aktion „Stadtradeln“ hinzuweisen. Im Zeitraum zwischen 14. Juni und 4. Juli sollen dabei viele Personen, die in Kempten wohnen oder arbeiten, möglichst viele Radkilometer für die Stadt sammeln. „Für mich und uns alle ist es wichtig, dass dieser Radweg fertig ist. Ich habe zwei erwachsene Kinder, die noch nicht geboren waren, als die Verhand- lungen begannen“, betonte Eckhard Harscher, Erster Bürgermeister von Waltenhofen. Sein Vorgänger Robert Wegscheider habe sich während seiner gesamten Amtszeit damit beschäftigen müssen. „Ich freue mich, dass ich in einem Land und in einer Stadt wohne, wo die Erteilung des Segens so wichtig ist“, meinte der evangelische Kemptener Dekan Jörg Dittmar. Er las den Psalm 23 bis zum Wort „Straße“ vor. „Straße deswegen, weil der Ausdruck Radweg in der Bibel nicht vorkommt“, scherzte der Geistliche. Zusammen mit dem katholischen Prodekan Roland Buchenberg von der Pfarrei St. Martin in Waltenhofen erbat er den Segen für den Weg und die, die ihn benutzen. Buchenberg bezeichnete Netzer als „Ministrant des heutigen Tages“, der ihm das Weihwasser reichen sollte. In den Fürbitten bedachten die beiden Pfarrer auch die Opfer von Unfällen. Bruno Fischle, Eckhard Harscher, der Waltenhofener Landtagsabgeordnete Adi Sprinkart, Staatsminister Thomas Kreuzer, Dr. Ulrich Netzer und Karl Nägele, technischer Geschäftsführer der Firma Geiger im Bereich Tiefbau, zerschnitten das symbolische Band. Somit eröffneten sie den Weg offiziell. Prodekan Roland Buchenberg, Dekan Jörg Dittmar und dessen Frau Nadine sowie Harscher setzten sich sogleich auf ihre Fahrräder und testeten die neue Strecke.

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