"Das Haus steht allen offen"

Sonne ins Haus geholt

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Diese Damen und Herren vom 1. Allgäuer Seniorentheater sind „von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. Sie präsentierten bei der Wiedereröffnung des „Haus der Senioren“ einen kleinen Vorgeschmack auf ihr neues Stück.

Kempten – Als Schritt in die Zukunftsfähigkeit bezeichnete Sozialbau-Geschäftsführer Herbert Singer die Modernisierung des „Haus der Senioren“ in Kemptens Altstadt. 

„Des hots fei scho braucht“, sagten einige Leute bei der Wiedereröffnung dieser vor 38 Jahren gegründeten Bildungs- und Freizeit- einrichtung und lobten den Glanz des Hauses. Als Herzstück darf das neue helle und sonnige Café im Erdgeschoss bezeichnet werden, das zum Eintreten und Verweilen einlädt. Die bewährte Gastronomiepächterin Evi Endraß und ihre Mitarbeiterinnen sorgen hier für Speis’ und Trank in fröhlicher Atmosphäre.

Der früheren, wenig genutzten Kegelbahn im Untergeschoss wurde ein modernes Design verpasst. Nun kann der große Raum mehrfach genutzt werden, zum Beispiel für Tanzveranstaltungen und Tagungen. Auch die sogenannte Bauernstube hat den Charme der 70er Jahre abgelegt und ist zu einem lichtdurchfluteten Unterrichtsraum geworden. Die Außenanlage vor dem Wintergarten hat ebenfalls ein neues Gesicht bekommen. Sie wird an warmen Tagen sicher sehr gern „bewohnt“ werden. In einer Bauzeit von nur zehn Wochen und einer Investitionssumme von rund 750.000 Euro ist es der Sozialbau gelungen, passende Lösungen für die heutigen Bedürfnisse der älteren Generation zu finden. Singers Dank galt auch den verlässlichen Baufirmen, die unter Zeitdruck hervorragende Arbeit abgeliefert haben.

OB Thomas Kiechle wies in seiner Rede darauf hin, dass die Gründung des Hauses damals große Gestaltungskraft erforderte. Inzwischen sei es ein Stück Selbstverständlichkeit geworden, ein von monatlich circa 3500 Personen besuchter Ort und ein wertvoller Teil der Stadtgesellschaft. Hier startete im Jahr 2010 auch das seniorenpolitische Gesamtkonzept. „Das Haus steht allen offen“, so der OB, der den Beteiligten wünscht, die Renovierung mö-ge einen Motivierungsschub auslösen.

Karlheinz Frick, der stets motivierte Leiter des Hauses, äußerste sich glücklich, dass das Ringen um die einzelnen Sanierungsmaßnahmen einen so positiven Ausgang gefunden hat.

Im Haus der Senioren entstehen auch neue Dinge, nämlich die Anlaufstelle „Gemeinschaft schaffen“. Christine Weixler vom Amt für Senioren- und Wohnungsfragen wies darauf hin, dass künftig jeden Mittwoch zwei Stunden Veronika Reimers für Beratung, Infos und Hilfen zur Verfügung steht. Auch der Bezirk Schwaben und Stadtrat Lothar Köster werden künftig hier ihre Sprechstunden abhalten.

Altenseelsorger Pfarrer Klaus Dotzer und der Stadtpfarrer von St. Lorenz, Dr. Bernhard Ehler waren für den geistlichen Segen zuständig und beteten um Stärkung für die Herausforderungen des Alters. „Wir können neue Wege gehen, auch im Alter, auch mit kleinem Geldbeutel“, gab Dotzer der Festgesellschaft zu bedenken.

Für den sehr weltlichen Teil der feierlichen Wiedereröffnung sorgte unmittelbar anschließend das „1. Allgäuer Seniorentheater“ mit einem kleinen Vorgeschmack auf das neue Stück. Die betagten Damen in High Heels und heißen Korsagen und die beiden ebenso kühn gewandeten betagten Herren präsentierten sich genüsslich lasziv und waren „Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. Dr. Reiner Schmid begleitete den bekannten Song und das anschließende gesellige Beisammensein in gewohnt virtuoser Manier am Klavier.

Elisabeth Brock

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