AÜW, ZAK und Wildpoldsried ziehen vor Gericht

"Ausgesprochen kritisch"

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Werden den Windrädern bei Wildpoldsried weitere folgen? Derzeit sieht es eher nicht danach aus.

Kempten – Im Oberallgäu werden wohl so schnell keine weiteren Windkraftanlagen mehr gebaut werden. Die Chancen für weitere Windräder „sehe ich ausgesprochen kritisch“, antwortete Michael Lucke, Chef des AÜW, jetzt im Kemptener Stadtrat auf eine entsprechende Frage von Siegfried Oberdörfer (SPD).

Schuld daran seien neben dem Kemptener Funkfeuer auch die politischen Rahmenbedingungen. Und weil derzeit nichts geht, bereitet das AÜW gemeinsam mit der Gemeinde Wildpoldsried und dem ZAK eine Klage vor dem Verwaltungsgericht vor. Größtes Hindernis auf dem Weg zu mehr Windkraftanlagen im Allgäu sei derzeit das Kemptener Funkfeuer, erklärte Lucke Stadtrat Siegfried Oberdörfer. „Ohne Funkfeuer wären weitere 20 Anlagen problemlos möglich“, bekräftigte Lucke gegenüber dem Kreisboten. „Auf dem politischen Weg ist eine Verlegung aber derzeit nicht durchzusetzen.“

 Erschwert werde die Situation noch durch die „H10-Regelung“ der Staatsregierung, der zufolge der Abstand zur nächsten Wohnbebauung mindestens das zehnfache der Höhe (H10) einer Windkraftanlage betragen muss. Das mache den Bau weiterer Anlagen im Landkreis derzeit quasi unmöglich. Zumal ein entsprechender Regionalplan vom Regionalen Planungsverband Allgäu bislang immer wieder verschoben worden sei. Tatsächlich hat Planungsverbandsvorsitzender Stefan Bosse (OB Kaufbeuren, CSU) das Thema Windkraft am vergangenen Freitag erneut von der Tagesordnung für die Sitzung des Verbandes vom vergangenen Montagnachmittag gestrichen. „Grund für die Entscheidung ist vor allem, dass sich durch die Bundesratsinitiative des Freistaats Bayern Unwägbarkeiten hinsichtlich der Abstandsflächen zur Wohnbebauung ergeben“, heißt es in der Begründung. Außerdem sei das Problem Kemptener Funkfeuer zunächst noch zu lösen. 

Um die Vorgaben der Energiewende zu erreichen, seien allerdings 20 weitere Windkraftanlagen nötig, rechnet AÜW-Chef Lucke vor. Daher wollen AÜW, ZAK und die Gemeinde Wildpoldsried nun mit einer Feststellungsklage vor dem Verwaltungsgericht Bewegung in die festgefahrene Angelegenheit bringen. Vorgesehen sei daher, zunächst einen Antrag für den Bau einer weiteren Windkraftanlage bei Wildpoldsried zu stellen, erklärte Lucke gegenüber unserer Zeitung. Diesen werde das Landratsamt Sonthofen wegen des Funkfeuers allerdings ablehnen müssen, sodass der Weg für eine Klage frei wäre. „Wir wollen in diesem Jahr mit der Klage beginnen“, kündigte er an.

Matthias Matz

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