"Wir haben eine Hängepartie"

„Aus technischen Gründen ist das Restaurant geschlossen“ war am Montag an der Eingangstür zum Dachgarten-Restaurant im Modehaus Reischmann zu lesen. Der Defekt war allerdings herbei geführt – die Reischmann-Geschäftsführung hatte dem Restaurant den Strom abgedreht. Noch am Abend ordnete das Landgericht an, dass Reischmann den Strom wieder anschalten muss.

Damit hat der seit längerem schwelenden Streit zwischen der Reischmann-Geschäftsführung und Restaurant-Betreiber Jürgen Nüssler seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Wie beide Seiten gegenüber dem KREISBOTEN bestätigten, geht es um offene Stromrechnungen Nüssners. „Die sind ungerechtfertigt“, ist Nüssners Meinung. „Er muss uns den Strom zahlen oder einen Vorschuss zahlen“, sagt dagegen Wolfgang Reischmann. Er verlangt, dass Nüssner künftig seinen Strom direkt mittels eigenem Zähler über das AÜW bezieht. „Das ist technisch machbar“, erklärt er. Eigentlich soll der Streit am 19. April vor Gericht geklärt werden. Aber Reischmann sah sich schon jetzt zum Handeln gezwungen: „Das geht einfach zu lange“, betont er. „Er setzt sich über den richterlichen Weg hinweg“, klagt hingegen Nüssler. Und wie soll es nun weitergehen? Zunächst hat Richterin Grotz am Kemptener Landgericht am Montagabend per einstweiliger Verfügung angeordnet, dass das Restaurant bis zum Gerichtstermin wieder Strom und Wasser bekommen muss. Gegenüber dem KREISBOTE erklärte Reischmann: „Das Restaurant wird nicht dunkel bleiben – wir schaden uns doch damit selbst.“ Wie es weitergeht, sei noch offen. Ob Nüssler die Gaststätte weiter betreibt, ein anderer Pächter oder die Reischmänner selbst, müsse geklärt werden. „Wir sind im Dialog“, so Reischmann. Die Gespräche verliefen jedenfalls sachlich, so einer der drei Geschäftsführer. „Aber wir haben eine Hängepartie.“ Und Nüssler? Der will weiter kämpfen – vor allem für seine 25 Mitarbeiter, betonte er.

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