"Wir sind überwältigt"

Das Team der ehrenamtlichen Patientenbegleiter des Klinikums Kempten. Klinikum

Patientenbegleiter lotsen Patienten und Besucher durch das Krankenhaus, begleiten altersverwirrte Menschen, versorgen Patienten mit Lesestoff und stehen beratend zur Seite. „Wir sind überwältigt von der großen Resonanz“, freuen sich deshalb Projektleiterin Renate Barnsteiner und Einsatzleiterin Angela Schaule. Zu Beginn absolvieren die 37 Patientenbegleiter des Kemptener Klinikums einen dreitägigen Einweisungskurs. Die Schulung vermittelt den ehrenamtlichen Helfern ein Grundlagenwissen für ihre neue Tätigkeit.

„Es ist eine hochinteressante Gruppe zusammen gekommen“, freut sich Renate Barnsteiner, „von der Studentin über den Rentner, von der Berufstätigen bis zur Selbstständigen, zwischen 20 und 75 Jahre alt.“ So unterschiedlich die ehrenamtlichen Helfer seien, die gemeinsame Motivation verbinde sie: „Sie wollen helfen, haben eigene Erfahrungen mit defizitären Situationen gemacht und wollen sich sozial engagieren.“ Entlastung im Alltag Die Patientenbegleiter seien eine große Unterstützung für das Kemptener Krankenhauspersonal. Dieses könne zwar eine gute medizinisch-pflegerische oder physiotherapeutische Versorgung garantieren, für eine umfassende Einzelbetreuung und ein persönliches Eingehen auf die vielen kleinen und großen Sorgen der Patienten fehle jedoch die Zeit. Renate Barnsteiner: „Die ehren- amtlichen Helfer können den Alltagsbetrieb in der Klinik entlasten.“ Wichtig sei freilich eine klare Abgrenzung zu pflegerischen Tätigkeiten oder Verrichtungen, die zum Aufgaben- gebiet von Reinigungspersonal oder Servicekräften gehören. „Mit dem Einsatz der Ehrenamtlichen ist in keiner Weise ein Stellenabbau bei den sonstigen Mitarbeitern verbun-den“, stellt Renate Barnsteiner zudem klar. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe von Spezialisten des Klinikums erarbeitete vorab die Einsatzschwerpunkte, nachdem die Klinikleitung grünes Licht gegeben hat. Zu den Aufgaben der Begrüßungslotsen gehört, die Patienten in Empfang zu nehmen, Hilfestellung und Orientierung zu geben und sie bei der Anmeldung in der stationären Aufnahme zu unterstützen. „Bereits jüngere Patienten tun sich manchmal mit dem elektronischen Aufrufsystem oder der aufladbaren Telefonkarte schwer“, weiß die Projektleiterin. Unterstützende Hilfe sei da sehr willkommen. Auch der Transport des Gepäckes auf die Station und die Übergabe an das Pflegepersonal wird durch den Einsatz der Ehrenamtlichen verbessert. Der Einsatz bei den altersverwirrten Patienten ist abhängig von der Ausprägung der Demenz. Sei der Patient in der Lage, seine Mahlzeiten noch selbst einzunehmen, werde sich der ehrenamtliche Mitarbeiter dazu setzen und ihn zum Essen und Trinken animieren. Es dürfe aber auch Spazierengehen, Spielen, Singen oder Musizieren sein – je nach Veranlagung und Fähigkeiten.

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