"Wir stehen in der Verantwortung"

Haldenwang plant einen Solarpark, der sich auf der hier zu sehenden westlichen Seite der A7 über eine Länge von 900 und eine Breite von 100 Metern erstrecken soll. Foto: Stodal

Der Haldenwanger Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung für die Errichtung einer rund 14 Hektar großen Photovoltaik-Freiflächenanlage entlang der A7 bei Unterwengen (liegt zwischen den Autobahnausfahrten Leubas und Dietmannsried) ausgesprochen. Der geplante Solarpark soll noch in diesem Jahr ans Netz gehen. Auch in Sachen Windenergie sind Bürger und Gemeinderat auf einer gemein- samen befürwortenden Linie.

Die Module des geplanten Solarparks sollen auf der westlichen Seite der A7 auf einer Strecke von 900 Metern und östlich der Autobahn auf einer Länge von 300 Metern (bei jeweils 100 Metern Breite) im Haldenwanger Ortsteil Unterwengen errichtet werden. Die Kosten für das Zehn-Millionen-Euro-Projekt, das von einer GmbH & Co KG umgesetzt wird, trägt in erster Linie der private Investor. „Wir werden aber auch eine Möglichkeit der Bürgerbeteiligung anbieten – in welcher Form, ist derzeit noch offen –, sodass eine Eigenkapitalbeteiligung von 30 bis 40 Prozent zustande kommt“, so Bürgermeister Anton Klotz. Während der Bund Naturschutz die Anlage als Beitrag zur Energiewende begrüßt, gab es seitens des Amtes für Land- wirtschaft und Ernährung Bedenken wegen des Verbrauchs landwirtschaftlicher Nutzflächen. Trotzdem gab der Gemeinderat nach intensiven Debatten dem Ausbau erneuerbarer Energien den Vorzug vor der landwirtschaftlichen Nutzung und sprach sich bei nur drei Gegenstimmen für das Projekt aus. „Die fünf betroffenen Grundstückseigentümer haben ihre Flächen nicht nur freiwillig zur Pacht zur Verfügung gestellt, sondern die Idee sogar teilweise selbst angeregt“, so Klotz. Zudem wurde der Investor verpflichtet, die Flächen nach Ablauf der Nutzungsdauer rückzubauen, sodass diese wieder landwirtschaftlich genutzt werden können. 20 Jahre Laufzeit Geplant ist eine Laufzeit von 20 Jahren, da in dieser Zeit die Einspeisevergütung rechtlich gesichert ist. Die Entwürfe des Bebauungsplanes liegen noch bis zum 2. November im Haldenwanger Rathaus aus, dann endet auch die Einspruchsfrist. Klotz zeigt sich zuversichtlich, dass das Projekt danach zügig umgesetzt wird und die Anlage noch in diesem Jahr ans Netz gehen kann. Anton Klotz steht voll hinter dem Projekt: „Wir stehen beim Ausbau regenerativer Energien als Kommune in der Verantwortung. Wenn wir da nichts machen, wer denn sonst?“ findet er und ergänzt: „In Haldenwang geht es aber nicht nur um Photovoltaik, sondern künftig auch um Windenergie.“ Die Gemeinde ver- fügt über gute Windkraftstandorte auf einem östlich gelegenen Höhenzug, auf dem bereits ein Windrad in Betrieb ist. Weitere sollen folgen. Wie sich im Rahmen einer Bürgerversammlung in der vergangene Woche zeigte, unterstützen auch die Bürger das Vorhaben, das Mitte 2013, nach Abschluss der formellen Anhörung des Regionalplanungsverbandes, konkret werden könnte.

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