Der Naturschutzbund plant das neue Projekt "Moore mit Stern" im Bereich Isny

Ins Moor soll wieder Leben einziehen

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Rund um Isny sollen in den kommenden Jahren Moorschutzmaßnahmen erfolgen.

Isny – Der NABU, der Deutsche Naturschutzbund, wird nun auch im Gebiet Isny aktiv. Im Gemeinderat stellte Dr. Siegfried Roth vor kurzem das Projekt „Moore mit Stern“ vor.

Über die Daimler Stiftung sind Gelder zur Verfügung gestellt worden, um Moorschutzmaßnahmen zu finanzieren. Bei der Auswahl in Frage kommender Flächen ist das Gebiet der „Bodenmöser“ in das Förderprogramm aufgenommen worden. 

Jetzt geht es konkret bei dem gesamten Projekt um die Vernässung trockener oder gestörter Hochmoorschilde mit dem Ziel, aktiv etwas für den Klimaschutz zu tun. Reaktivierung des Torfmooswachstums, Torfbildung, Wiederherstellung des Offenlandcharakters im Niedermoorbereich, Reaktivierung des historischen Wiesenwässerungssystems und die Aufwertung artenarmer und vermooster Niedermoorflächen. 

Beim aktiven Vorgehen ist als erster Schritt an Sperrenbau mit Auszubildenden der Firma Daimler AG im Sommer 2014 gedacht. Dieser Teil soll bis Herbst 2015 abgeschlossen sein und fällt in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Isny und der Gemeinde Argenbühl. Ganz so wie in früheren Zeiten wird es allerdings nicht wieder werden. Eine Teilreakti- vierung wird das Maximale sein, dass zu erreichen ist. Schon allein die Figur des „Wiesenwässerers“ ist wohl nicht wieder einzuführen. Der „Wiesenwässerer“ war eine honorige Person im Mittelalter, die genau nach Plan entschied, was, wann und wie viel gewässert werden sollte. 

Drei Dinge wurde dabei von ihr in die Wege geleitet: Die stinkende aber nährstoffreiche Brühe aus dem unteren Stadtgraben in Isny wurde im Frühjahr zur Düngung auf die Wiesen (Almende) geleitet, gleichzeitig der verbleibende Schnee angetaut und als dritter Effekt wurden die Wühlmäuse auf diesen Wiesen ersäuft. So soll es aber nicht laufen. Eine Wiederbewässerung soll durch Rückstau der Ach erreicht werden, die Bewaldung wird zurückgedrängt. Gerade die Bleicherwiesen für die Bleichung der Isnyer Leinwand (einem Hauptprodukt im damals blauen Allgäu) sollten in etwa wieder hergestellt werden. In dieses Gebiet wurde stets sauberes Wasser geleitet. 

Einige der Bodenbrüter dürften sich in diesem Gebiet dann allerdings nasse Füße holen, aber das ist vom NABU mit Sicherheit berücksichtigt und gegen wieder zu gewinnende pflanzliche Artenvielfalt sorgfältig aufgewogen worden. Ob dann daraus ein neuer Lehrpfad entstehen kann und wie die Auswirkungen auf das gesamte Gebiet sind, bleibt abzuwarten.

Manfred Schubert

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