Wird Tourismusverein aufgelöst?

Ist es sinnvoll, dass es in Kempten zwei Tourismusorganisationen gibt, die beide das Ziel haben den Tourismus zu stärken? Diese Frage stellte sich wohl die Vorstandschaft des Vereins Kempten Regio Tourismus. Wie Heinz Buhmann, Geschäftsführer des Kempten Tourismus- und Veranstaltungsservice (KTV), vergangene Woche im Werkausschuss erläuterte, könne sich der Verein vorstellen, seine Auflösung anzustreben. Die Aufgaben sollen dann in den KTV integriert werden.

Seit 1983 gibt es den Verein Kempten Regio Tourismus. Unter anderem hatte er das Ziel, das Umland in die Tourismusarbeit mit einzubeziehen. Die Zeiten sind weitergegangen, erläuterte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Damals sei es richtig gewesen, den Verein zu gründen, jetzt könnte auch der Eigenbetrieb KTV die Aufgaben mitübernehmen. Im Falle einer Vereinsauflösung würden die Aufgaben vom Eigenbetrieb weitergeführt werden, die Mitglieder des Vereins würden mitgenommen werden, erklärte Buhmann. Wegfallen würden allerdings dann rund 17 000 Euro Mitgliedsbeiträge, die der KTV aber durch Anpassungen der Gebühren für die Tourismus-Kataloge kompensieren könnte. Voraussetzung sei, dass der städtische Zuschuss für Kempten Regio Tourismus in Höhe von 30 000 Euro pro Jahr künftig als Marketing-Beitrag dem Eigenbetrieb zur Verfügung gestellt werden würde. „Unseres Erachtens würde mehr dafür sprechen, alles in eine starke Tourismusbündelung zusammenzuführen“, sprach sich der KTV-Geschäftsführer für die Auflösung des Vereins und die gleichzeitige Übernahme der Aufgaben im Eigenbetrieb aus. Eine Vereinsauflösung könnte zum 31. Dezember 2011 erfolgen. Voraussetzung dafür ist eine Zweidrittelmehrheit bei der Abstimmung auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung, die bereits im ersten Quartal 2011 stattfinden könnte. Eine Anlaufstelle Herbert Karg (FW) äußerte Bedenken, ob es vereinbar sei, dass mit dem KTV ein Eigenbetrieb der Stadt künftig Betriebe betreuen würde, die zum Landkreis Oberallgäu gehören. Buhmann entgegnete ihm, dass er da kein Problem sehe, da die jetzigen Mitglieder des Vereins dann Geschäftspartner des Eigenbetriebs wären. Zudem gebe es auch bei den Festwochen-Kunden einige, die nicht aus Kempten seien. Siegfried Wehrmann (SPD) würde den Zusammenschluss begrüßen und sah einen Vorteil, wenn die Tourismuspartner künftig nur noch eine Anlaufstelle in Kempten hätten. Der Werkausschuss beschloss abschließend einstimmig, dass wenn der Verein sich auflöst, die Aufgaben im Eigenbetrieb weitergeführt werden. Wenn sich die Vereinsmitglieder bei der Mitgliederversammlung dagegen aussprechen, bleibt alles wie gehabt.

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