Wittmann gewinnt

Steffen Wittmann freut sich über den Bayerischen Meistertitel auf der Marathonstrecke. Foto: privat

Der bayerische Meister auf der Marathonstrecke des Jahres 2012 heißt Steffen Wittmann (Laufarena Allgäu). Der Titel wurde im Rahmen des iWelt Marathons in Würzburg vergeben. Wittmann lief als Überraschungssieger zu Gold, dabei herr- schten mit den sommerlichen Temperaturen keineswegs optimale Bedingungen. Auch sein Teamkollege Thomas Capellaro ist derzeit gut in Form. Er lief beim E.ON Mitte Kassel Marathon 2012 trotz tropischer Bedingungen eine neue persönliche Bestzeit.

Des Zuschauers Freud – des Marathonläufers Leid: Bereits um 9 Uhr stieg das Thermometer im unterfränkischen Würzburg stetig an, was sich deutlich auf die Zeiten aller Athleten auswirkte. Temperaturen jenseits der 25 Grad ließen die eine oder andere Hoffnung auf eine neue persönliche Bestzeit im wahrsten Sinne des Wortes dahinschmelzen. Über 700 Läufer meldeten über die Marathondistanz, am Ende kamen aufgrund der hochsommerlichen Bedingungen nur 500 ins Ziel. Steffen Wittmann bereitete sich zusammen mit Thomas Capellaro (beide Laufarena Allgäu) innerhalb von acht Wochen auf dieses Event vor, in denen beide über 900 Kilometer per pedes zurücklegten. So ging Wittmann motiviert und fokussiert sein Ziel, endlich die 2:40 Stunden zu knacken, an. „Mir liegen eher warme Bedingungen, aber heute wird es schon verdammt heiß“, so der Kemptener. Von Beginn an fand er seinen Rhythmus und versuchte sich einigen Läufern, die über die Halbmarathondistanz an den Start gingen, anzuschließen. Wittmann hielt sich anfangs im Hintergrund konnte jedoch bereits bei Kilometer elf auf die Favoriten auflaufen. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Windschatten von Bruno Schumi (LC Aichach) ließ Wittmann den „Flachländer“ an einer Steigung stehen und konnte sich absetzen bis er nach 18 Kilometern auf Dauerläufer Marco Diehl (DVAG) auflief. Mit einer Durchgangszeit von 1:19:16 Stunden passierte das Duo die Halbmarathonmarke. Wittmann lag zu diesem Zeitpunkt auf einem dritten Gesamtrang musste jedoch bei Kilometer 36 am letzten Anstieg über eineinhalb Kilometer gegen Marco Diehl den Kürzeren ziehen. „Marco lief ein taktisches Rennen und ich konnte sein forciertes Tempo zum Ende nicht mehr mitgehen, obwohl mir die kuppige Strecke insgesamt als Allgäuer sehr entgegenkam.“ Somit lief der 25-jährige Physiotherapeut mit neuer persönlicher Bestzeit auf einen hervorragenden vierten Gesamtrang hinter zwei Kenianern und Marco Diehl in einer Gesamtzeit von 2:41:32 Stunden ins Ziel. Wittmann sicherte sich dadurch den bayerischen Meistertitel auf der Marathondistanz 2012 als jüngster gestarteter Meisterschaftsteilnehmer. Neue Bestzeit Parallel zum Start des Würzburg-Marathons gingen auch in Kassel Läufer auf die Strecke. Thomas Capellaro etablierte sich zu Beginn in einer sechsköpfigen Gruppe und nahm die Verfolgung von 14 Kenianern auf, die außer Konkurrenz liefen. Die ersten zehn Kilometer passierte die Gruppe um Capellaro in 37 Minuten. Nach der Hälfte des Rennens zerplatze die Gruppe jedoch. Capellaro fühlte sich gut und lief mit dem Führenden der hessischen Meisterschaft bis Kilometer 30 und versuchte dann das Tempo zu forcieren, so dass es ihm gelang bei Kilometer 36 auf eine zurückfallende Kenianerin aufzulaufen. „Wir haben ständig versucht ein paar Schritte mehr als der andere zu machen, aber keinem gelang es so richtig und die Beine wollten auch nicht mehr“, so Capellaro. Der sehr schweren Strecke mit gut 300 Höhenmetern auf den letzten fünf Kilometern musste Capellaro Tribut zollen. Nach konsequenter Selbstüberwindung kam er auf dem 16. Gesamtplatz mit einer Zeit von 2:43:31 Stunden und damit einer persönlichen Bestzeit ins Ziel.

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