150 Zähne in drei Tagen gezogen

Vier Wochen lang war Dr. Peter Roth vom Rotary-Club Kempten jüngst in Nepal, um der Bevölkerung seine zahnärztliche Hilfe anzubieten. Nicht zum ersten Mal half er im Auftrag der „Zahnärzte ohne Grenzen“ in einem Staat wie Nepal, der nur 12 Euro jährlich für eine Zahnbehandlung zur Verfügung stellt.

Die Behandlungen erfolgten nicht etwa in einer Zahnstation in der Hauptstadt Katmandu. Oft gelangte Roth mit seinen Helfern erst nach Fahrten auf unbefestigten Bergstraßen oder nach mehr als zehnstündiger Wanderung an sein Ziel. Dort behandelte er die Patienten auf einem einfachen Stuhl mit Sitzpolster, als Beleuchtung diente eine Stirnlampe. „Hunderte von Menschen warteten jedes Mal auf unser Team wenn der Besuch angekündigt war. An drei Tagen haben wir 900 Personen behandelt und mindestens 150 Zähne gezogen“, berichtete Roth. Die Dankbarkeit der Menschen kannte keine Grenzen. „Wir wurden in die ärmsten Häuser eingeladen, landesüblich bewirtet und wenn der Marsch einmal gar zu lange dauerte, durften wir auch auf einer Matratze schlafen“, schilderte er. Natürlich sei es einfachste Kost auf offenem Feuer gekocht gewesen, „aber aus den Augen der Menschen sprach unendlich viel Dankbarkeit“, sagte er. Roth lernte auch das Ampipal Hospital in Katmandu kennen – mit einer Einrichtung in Deutschland natürlich nicht zu vergleichen. Trotdem geben sich die Ärzte dort mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln unendlich viel Mühe. „Sie sind zu bewundern“, meinte der Kemptener Zahnartz. Im Gepäck hatte er zudem 1000 Euro vom Rotary-Club Kempten, um die Arbeit vor Ort ein wenig zu erleichtern. Benefizkonzert Koordiniert hat die freiwillige Arbeit, die unter der Gesamtleitung der UNMIRA (United Mission In Rural Areas) steht, Dr. Sybille Keller aus Waltenhofen. Noch mehr Gutes tun möchte der Rotary-Club nächsten Sonntag, 28. März. Dann findet um 19.30 Uhr ein Benefizkonzert in der Sankt Mang Kirche statt, bei dem der Rotarier Hans-Jürgen Gerung Gittarren- und Lautenwerke zum Besten geben wird. „Vom Erlös“, erläutert Roth, „möchten wir kleine Öfen kaufen, für zehn Euro das Stück, denn das offene Feuer in den Häusern macht viele Menschen krank.“ Vielleicht kann Roth die Öfen bei seinem nächsten Einsatz in Nepal bereits besichtigen. Er fährt nämlich sicher wieder hin, um zu helfen.

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