Zeitplan steht

Mit den wesentlichen Inhalten des neu erarbeiteten Nahverkehrsplanes für Kempten und das Oberallgäu hatte sich der Haupt- und Finanzausschuss bereits im März dieses Jahres befasst (der KREISBOTE berichtete). Nun legte Josef Brandner vom Beratungsunternehmen omnipart Auszüge des seither nach Bedeutung und zeitlicher Abfolge bewerteten umfangreichen Maßnahmenkataloges vor. Innerhalb der nächsten ein bis fünf Jahre sollen demnach unter anderem der Schüler- und Taktverkehr, die Vernetzung von Bahn und Bus, der Service durch das Personal, die Barrierefreiheit sowie die Qualität der Haltestellen oder Fahrzeuge optimiert werden.

Die im Rahmen von einem Jahr zeitnahe Umsetzung sah Brandner für die Einführung von Semestertickets, dem Fahrscheinverkauf an der ZUM oder für die Einrichtung eines Arbeitskreises mit Vertretern von Schulen, Busunternehmen der Stadt und dem Landkreis zur Optimierung des öffentlichen Schülerverkehrs. Einen Zeitrahmen von bis zu zwei Jahren räumte er beispielsweise für ein einheitliches Tarifsystem oder der besseren Busanbindung des Wohngebietes Engelhalde ein. Drei bis fünf Jahre müssen sich laut Plan Busnutzer für die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes oder der ZUM gedulden. Ein Zeitraum, in dem auch eine „Mobilitätszentrale“ für Fahrplan- und Tarifauskünfte, AST-Bestellung und Koordinierung, Fahrkartenverkauf sowie Beschwerdemanagement eingerichtet werden soll. Denn, so Brander, „nur circa vier Prozent aller Beschwerden landen beim Verursacher“, weshalb möglichst viele Informationswege genutzt werden sollen. Als weitere kurzfristige Aufgabe sah Brandner das Erstellen eines Marketingkonzepts, um „weitere Fahrgäste zu gewinnen“. Das Gute daran sei, verkündete er, dass „ein guter Teil der Maßnahmen mit relativ geringen Mitteln umgesetzt werden kann“. Helmut Hitscherich (UB/ödp) bescheinigte ihm eine „hervorragende Arbeit“, die „viele Schwachstellen schließt“. Wegen der Parkplatzsituation um Bahnhof und Hochschule äußerte er die Idee zu einem „Park&Ride-Parkhaus“. Laut Dr. Richard Schießl vom Amt für Wirtschaft- und Stadtentwicklung sei diese Variante „schon intensiv geprüft worden“, aber aus mehreren Gründen eher eine langwierige Angelegenheit. Zudem sei sobald der Parkplatz auch nur „einen Euro kostet, auf einmal kein Bedarf mehr da“. Nach wie vor „keine Hoffnung“ machte sich Thomas Hartmann (Grüne), dass „allzu viel von dem Konzept ungesetzt“ werde. Das „konkrete Problem“ der am Bahnhof parkenden Pendler zeige ihm jedenfalls, „dass diese keinen Weg sehen, außer mit dem Auto zu fahren“. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) kündigte an, dass der Vorschlag Hitscherichs untersucht werden soll. Dem Entwurf des Nahverkehrsplanes stimmte der Ausschuss einstimmig zu. Im Oktober soll er dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

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