25 Jahre Diskussion und kein Ende

Zündstoff Beginenhaus

+
Das Beginenhaus sorgte im Rahmen der Haushaltsberatungen einmal mehr für Diskussionsstoff bei den Stadträten.

Kempten – Viel Zündstoff verbarg sich beim Investitionsprogramm für den Bereich Kultur im Haupt- und Finanzausschuss zwar nicht. Dafür aber vor allem bei einem reichlich: beim Dauerbrenner Beginenhaus schieden sich einmal mehr die – streckenweise recht erhitzten – Geister.

Bevor die Stadt weiteres Geld für die Sanierung des historischen Denkmals in die Hand nehmen will, soll eine Machbarkeitsstudie Klarheit bringen, was genau als tragfähige Nutzung angegangen werden kann und „belastbare Zahlen“ liefern, wie Dr. Richard Schießl, Referent für Wirtschaft, Kultur und Verwaltung, erklärte. Dafür sind im Haushalt 2017 nun 50.000 Euro eingeplant. Entgegen ursprünglicher Planungen hat das Gremium für die folgenden drei Jahre keine weiteren Gelder für die seit vielen Jahren immer wieder zu Diskussionen führende Sanierung eingestellt. Erst 2020 sollen wieder Finanzmittel in den Posten fließen – für Thomas Hartmann (Grüne), Helmut Hitscherich (UB/ödp) und Katharina Schrader (SPD) zu spät, weshalb sie dagegen stimmten. Für sie wäre es ein „Signal“ gewesen, das Beginenhaus bereits 2019, also ein Jahr früher, wieder im Haushalt zu berücksichtigen. Aus Sicht Hartmanns steht mit der erneuten Verzögerung – „wir tun seit 25 Jahren rum“ – nicht nur das Engagement des Vereins auf dem Spiel, sondern auch Fördergelder. Es sei ein „sperriges Thema“ wie einst die Erasmuskapelle, die heute auch niemand mehr in Frage stelle.

Alexander Hold (FW) betonte, dass sich alle einig seien, dass „etwas passieren muss“, er aber auch froh sei, „dass sich bei der Konzeption etwas bewegt“ und brachte seine Verwunderung zum Ausdruck, dass der Verein das immer wieder mal ins Feld geführte Angebot der Malerinnung, die Fassade kostenlos zu streichen, nicht annehme. Dass sich eine solche Aktion negativ auf Fördermittel auswirken würde, wie Schrader von der Website des Beginenhauses verlas und auch Schießl diesbezügliche Aussagen zuständiger Behörden bestätigte, hielt Hold nicht davon ab einen Antrag auf erneute Prüfung zu stellen, ob dadurch Fördergelder tatsächlich verloren gehen würden (Gegenstimmen: Hartmann und Schrader). Denn wie seine Fraktionskollegin und 2. Bürgermeisterin Sibylle Knott und auch die Gremiumsmitglieder der CSU, allen voran Erwin Hagenmaier, plädierte er vehement dafür die Fassade ansehnlich zu machen. Letzterer machte zudem deutlich, dass es seines Erachtens nicht unbedingt ein Konzept für das Haus brauche, es müsse „lediglich verkehrssicher begehbar sein“. Er sprach sich dafür aus, Dach und auch Fenster zu machen und die Fassade zu streichen, so dass man „nicht in der ganzen Straße ablesen kann, welches Haus der Stadt gehört“.

Laut Schießl gibt es für Fördermittel bislang nur mündliche Zusagen. Keine Bedenken hatte er wegen der Sanierungsverzögerung, da es seitens Statiker „keine Anhaltspunkte gibt, dass das Gebäude gefährdet ist“. Über die rund 40.000 Bücher, die laut Nutzungskonzept des Vereins im künftigen Haus für Buchkultur eine Heimat finden sollen, wisse man „gar nichts“, weshalb diese zunächst näher angesehen werden sollen. OB Thomas Kiechle betonte, man sei sich „der Verantwortung für dieses Gebäude bewusst“ und dass man sich Zeit dafür nehmen müsse, um sich der Frage nach einem Betreiber- und Nutzungskonzept zu stellen. Für die Beratungen des nächsten Haushalts versprach er Klarheit.

Christine Tröger

Meistgelesene Artikel

"Kaviar und Hasenbraten"

Isny/Rohrdorf – Diesmal haben sich die „Theaterleute“ vom Theaterverein Rohrdorf ein Stück von Regina Rösch ausgesucht und „Kaviar und Hasenbraten“, …
"Kaviar und Hasenbraten"

Rauschgiftverfahren: große Durchsuchungsaktion

Kempten - Im Zuge eines seit Monaten andauernden Rauschgiftermittlungsverfahrens wurden am gestrigen Mittwoch zeitgleich mehrere Wohnungen in …
Rauschgiftverfahren: große Durchsuchungsaktion

1500 Päckchen dabei

Kempten – Der Kemptener Stadtnikolaus kommt auch in diesem Jahr wieder am kommenden Montag, 5. Dezember, zu den Kindern. Begleitet wird er von einem …
1500 Päckchen dabei

Kommentare