Zuerst informieren, dann diskutieren

Auf Betreiben der CDU- Fraktion und CDU-Gemeinderat Karl Immler brach vergangene Woche eine Delegation aus Isny in Richtung Schweiz auf. Dort konnten sich die Teilnehmer über den Architekten Peter Zumthor und seine Bauprojekte informieren. Der soll – so wollen es zumindest die Stadtverwaltung und Immler – das Isnyer Stadttor neu gestalten. Insgesamt waren es 48 Interessierte, die sich auf diese Art ein Bild machen wollten. Bei Antritt der Fahrt fasste Immler noch einmal zusammen, worum es ihm dabei ging.

„Mir geht es in diesem Falle nicht um eine Konfrontation, sondern um die Möglichkeit, sich über den Architekten Peter Zumthor zu informieren und sich anzuschauen, was Peter Zumthor in erreichbarer Nähe von uns schon geschaffen hat“, betonte Immler. „Nur wer sich ausreichend informiert sollte anschließend auch sein Für oder Wider darstellen.“ Der erste Teil des Weges war relativ einfach. Wie allgemein bekannt, hat Zumthor in Bregenz das Kunsthaus gestaltet. Dorthin ging die Fahrt zunächst. Rudolf Sagmeister, Kurator des Kunsthauses (und ein Cousin von Karl Immler), erläuterte in einem Vortrag, wie das Kunsthaus in Bregenz zustande kam. Von der Planung 1992 bis zur Fertigstellung 1997 war viel zu bewältigen gewesen. Wechselnde Vorstellungen der Auftraggeber, dem Land Vorarlberg und der Stadt Bregenz, und ein mutiges Konzept des Architekten machten es möglich, dass das Kunsthaus Bregenz heute zu den führenden Kunsthäusern der Welt gehört und sich hochkarätige internatonale Künstler jederzeit auch bereit erklären, dort auszustellen. Viele Auszeichnungen Architekturpreise kamen hinzu und der „Nils van der Rohe-Preis“ wie auch der Bauhauspreis für die Institution sollten an dieser Stelle noch erwähnt werden. Fast täglich kommen Besuchergruppen aus aller Welt, die sich zu 80 Prozent für die Architektur und zu 20 Prozent für die Ausstellungen interessieren. Im Anschluss ging die Fahrt zu Peter Zumthor, der die Besuchergruppe in den Räumen seines Architekturbüros erwartete. An Beispielen aus den internationalen Projekten verdeutlichte sich das Bild eines Architekten mit Ecken und Kanten, aber auch von Visionen, die durch ihn und seine Mitarbeiter Realität wurden. Auch die Stadtansichten von Isny mit allen seinen Toren sind an der Pinnwand vorbereitet. Daran wird noch gearbeitet und bis dahin bleibt es sein Geheimnis, was vorgeschlagen wird. Unikate garantiert Im dritten Teil besichtigte die Gruppe aus Isny noch die Therme in Vals. Die Bauweise ist ebenfalls ein typisches Zumthor-Produkt, denn ganz offensichtlich gehören Sichtbeton und Natursteine zu den häufig verwendeten Baumaterialien. Eines wurde allen Besuchern klar: Zumthor liefert Unikate und keine Massenware. Wie das nun in Isnys finanzielle Landschaft passt, steht dabei auf einem anderen Blatt. Die Gespräche auf der Rückfahrt machten es noch einmal deutlich: Jetzt schon ein Urteil abzugeben ist sinnlos. Die Entwürfe – vorfinanziert und vom Gemeinderat abgesegnet – müssen abgewartet werden. Die sich daraus ergebenden Diskussionen werden mit Sicherheit interessant. Jetzt nicht zu planen und die Zeit verstreichen zu lassen, sei jedenfalls auch keine Lösung, meinten einige der Mitreisenden.

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