Zufallsfund

Neben Malereien wurde bei letzten Festigungsarbeiten in der Erasmuskapelle dieses gut erhaltene Gesicht aus einer religiösen Darstellung gefunden. Foto: Tröger

Wie so oft in der Archäologie ist es einmal mehr dem Zufall zu verdanken, dass die künftigen Besucher des Schauraumes der Erasmuskapelle einige Originaldetails mehr zu sehen bekommen werden als bislang gedacht. Bei letzten Reinigungs- und Festigungsarbeiten durch das Restauratorenteam von Karlheinz Weinzierl sind an der Ostwand weitere Malereien aus dem 15. Jahrhundert entdeckt worden.

„Wir konnten bisher nur einige Linie und Farbflächen sehen, aber keine Details erkennen“, zeigte sich die Historikerin Birgit Kata erfreut über die „figürliche Malerei mit Schriftbändern in gotischer Schrift“. Was genau abgebildet ist, könne man allerdings nicht sagen, zumal im Lauf der Jahrhunderte zuviel Putz- und damit Malereischichten zerstört worden seien. Nur, dass es sich bei dem jetzt vollständig erkennbaren Gesicht um den Teil einer „religiösen Darstellung“ handle. Zwei neue Kreuze Links und rechts des neuen Eingangs konnten zwei Apostelkreuze aus dem späten 14. oder frühen 15. Jahrhundert weiter freigelegt werden. Sie seien, erklärt Kata, dort aufgemalt worden, „wo der Bischof bei der Weihe der Erasmuskapelle die Wände mit heiligem Öl gesalbt hat“. Aus der gleichen Zeit fänden sich sehr ähnliche Apostelkreuze in der St. Mang-Kirche. Marken für Fässer? Die dritte Neuentdeckung ist im Tonnengewölbe schräg gegenüber zu sehen: Rötelzeichen, die, so Kata, „häufig als Besitzmarken“ angebracht worden seien. Vermutlich waren es Markierungen für die hier gelagerten Weinfässer, da ab 1557 im Untergeschoss der Weinkeller und die Trinkstube der Stadträte gewesen sei.

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