Zufriedene Häftlinge

Ein Jahr ohne Ausbrüche und ohne Angriffe auf Vollzugsbeamte konnte der Leiter der Kemptener Justizvollzugsanstalt, Gisbert Rehmet, beim Neujahrsempfang für Mitarbeiter der Straffälligenhilfe Allgäu und der Anonymen Alkoholiker in der Haftanstalt vorweisen.

Auch die Belegungszahlen seien leicht nach unten gegangen. Derzeit sitzen in Kempten 389 Häftlinge ein, von denen 60 eigentlich nach Memmingen gehören. Dort werden zur Zeit die Räumlichkeiten saniert. Für das Jahr 2009 steht die Gründung einer eigenen Abteilung für junge Untersuchungsgefangene zwischen 16 und 21 Jahren an. Für die jungen Erwachsenen soll eine Programm erarbeitet werden, das aus Arbeit, intensiver Betreuung und sportlichen Aktivitäten besteht. Rehmet bat die ehrenamtlichen Mitarbeiter um Unterstützung für die Ausführung der Freizeitangebote an den Wochenenden. Mehrere Vollzugsbeamte haben ihre außerdienstliche Mitarbeit dafür bereits zugesagt. Neues Eheseminar Ebenfalls neu ist ein Projekt der evangelischen Pfarrerin Annegret Pfirsch, die Eheseminare für Langzeitgefangene anbieten wird. Sie sollen unter anderem ein Raum der Begegnung für Häftlinge, ihre Frauen und die Kinder sein. Problematisch ist laut Rehmet nach wie vor die hohe Anzahl von Gefangenen, die einen Betäubungsmittelvermerk haben. Derzeit sind dies 203 der 389 Häftlinge. 28 Prozent der Insassen sind laut Rehmet Ausländer aus vierzig verschiedenen Nationen. Dies gehöre jedoch inzwischen zum Gefängnisalltag. Mit viel Arbeit verbunden seien hingegen die vielen Neuzugänge. 2008 seien dies 2468 Häftlinge gewesen. Mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 105 Tagen sei die Kemptener Justizvollzugsanstalt eher eine Kurzstrafenanstalt. Zahlreiche Kurse Dank sprach Rehmet allen ehrenamtlichen Mitarbeitern aus, ohne deren Hilfe vieles in der Justizvollzugsanstalt nicht möglich gewesen wäre. Ein Kochkurs, die Breakdance- und Schachgruppe, Adventsfeiern und Gesprächsgruppen seien ihnen zu verdanken. Auch die regelmäßigen Treffen der Anonymen Alkoholiker seien wichtiger Bestandteil des Gefängnisalltags. Erfreulich sei die Beschäftigungsquote der Häftlinge, die von 36 Prozent im Jahr 2008 auf 45 Prozent im Jahr 2009 gestiegen sei, erläutert Rehmet. Die Arbeitseinnahmen der Haftanstalten Kempten und Memmingen beliefen sich 2008 auf 1, 662 Millionen Euro.

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