Zukunft gesichert?

Seit fast hundert Jahren besteht das Kinder- und Jugenddorf Siloah an unterschiedlichen Plätzen und mit wechselnden Konzeptionen. Vom Waisenhaus im Donauschwäbischen Neu- Pasua und der Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg reicht die Geschichte über die Gründung des Waisenhausvereins direkt nach dem Krieg und einem „Gastspiel“ in Egloffstal bis hin zur Kinderdorfgründung 1968 in Isny. Derzeit ist es die Heimat von rund 65 Kindern in stationären Gruppen- und Erziehungsstellen. Häufige Wechsel in der Führung der Einrichtung in den vergangenen Jahren haben das Leben im Kinderdorf geprägt. Und nach einem erneuten überraschenden Wechsel zu Beginn der Jahres 2009 sah es kurzfristig sogar so aus, als würde der runde 100. Geburtstag nicht mehr erreicht.

Das ist nach Meinung des nun eingesetzten „Triumvirats“ ganz und gar nicht der Fall. An der Spitze stehen mittlerweile Michael Mitt, Pfarrer in Isny und schon zum dritten Mal in der „Feuerwehrrolle“ im Kinderdorf, und Johannes Mast, seit vielen Jahren im Schuldienst an der Schule am Heim und Schulleiter. Mast ist somit in der pädagogischen Verantwortung und Michael Mitt ist für den wirtschaftlichen und administrativen Teil zuständig. Der Pfarrer bestätigte in diesem Zusammenhang gegenüber dem KREISBOTE ausdrücklich die volle Funktionsfähigkeit der Einrichtung. Im Heimbereich ist Judith Petzel für die pädagogische Leitung verantwortlich und für das psychologische Konzept steht die Psychologin Angela Pohlmann ein. Sie arbeite eng mit der Friedrichshafener Kinderpsychiaterin Dr. Dagmar Hoehne zusammen, die den medizinischen Teil übernimmt, während Angela Pohlmann sich auf therapeutische Maßnahmen konzentriert. So teilen sie sich die Bedarfsfelder und sorgen für Verlässlichkeit und Kontinuität. Dieser Teil der Betreuung funktioniert nur mit einem guten pädagogischen Konzept und das ist nach Ansicht von Mitt durchaus gegeben. „Siloah könnte es aus eigener Kraft genau so schaffen wie mit fremder Hilfe“, so Mitt. Und genau darum gehe es im Augenblick. In einer demnächst geplanten Mitgliederversammlung des Waisenhausvereins Siloah ist eine Satzungsänderung angedacht und damit (bei entsprechender 4/5 Mehrheit) soll der Waisenhausverein in einen Förderverein umgewandelt werden. Die Übernahme durch einen Kooperationspartner wird so vorbereitet. Dann kommt Siloah in „ruhiges Fahrwasser“ und die bisherige Interimslösung wird zurückgestuft. „Wir sind voll im Einsatz für unsere Kinder und Jugendlichen“, heißt es von der derzeitigen Leitung. „Eine ganze Reihe von Jugendämtern ist mit uns in Kontakt und selbst aus dem österreichischen Grenzgebiet sind Kinder bei uns untergebracht. Einiges wird sich in Siloah ändern. Die Kontinuität der Betreuung bleibt aber mit Sicherheit auf hohem Niveau erhalten.“ Die Schule am Heim wird auch weiterhin ein besonderes Merkmal der Einrichtung bleiben und somit nach wie vor ein verlässliches Standbein des ganzen Betriebes.

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