Zahlreiche Investitionen

Nichts für "Zauderer und Zögerer"

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Um die Zukunft der Milchwirtschaft ging es bei (v.l.) Vizepräsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Christian Stockinger, Geschäftsführer des MV Clemens Rück und Vorsitzendem des MV Hans Epp.

Kempten – Am Freitag trafen sich rund 60 Repräsentanten der schwäbischen Milchwirtschaft zu der jährlichen Mitgliederversammlung des Milchwirtschaftlichen Vereins (MV) Allgäu-Schwaben e.V. im Waldhorn in Steufzgen.

Im Mittelpunkt des Treffens stand die Frage, wie es um die Zukunft der bayerischen Milchwirtschaft nach der bevorstehenden Abschaffung der Milchquote in der EU ab April 2015 bestellt sein wird.

Der Vorsitzende des Milchwirtschaftlichen Vereins Hans Epp begrüßte die Anwesenden, unter ihnen Bürgermeisterin Sibylle Knott, Staatsminister a.D. Josef Miller und MdL Eric Beißwenger. Epp berichtete kurz über die milchwirtschaftliche Situation im Jahr 2014, die durch Verwerfungen auf den globalen Märkten charakterisiert ist.

Epp bedauerte, dass das Milchzelt dieses Jahr auf der Allgäuer Festwoche ausfallen musste. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass es über den agemeldeten Raumbedarf des Milchwirtschaftlichen Zentrums und der entsprechenden Unternehmen samt der zugehörigen Verkostungsgastronomie mit der Stadt im nächsten Jahr ein Einvernehmen geben werde.

Epp kündigte zahlreiche Investitionen für die kommenden Jahre an. Die Melktechnik am Spitalhof muss modernisiert, das 1972 errichtete Wohnheim entweder total saniert und erweitert oder durch einen Neubau ersetzt werden. Auch bei der LVFZ Molkereischule und den Gebäuden in der Hirnbeinstraße sind energiesparende und konservierende Maßnahmen geplant.

Der Geschäftsführer des MV, Clemens Rück, konnte in seinem Geschäftsbericht über das abgelaufene Jahr 2013 von positiven Entwicklungen hinsichtlich der Milchpreise, der Nachfrage und des steigenden Exportes sprechen. Wegen der Feststellung von TBC im „Lehr-, Versuchs- und Fach- zentrum für Milchhaltung, Grünland und Berglandwirtschaft Spitalhof“ in Kempten konnte zwar der dortige Lehrgangsbetrieb nicht in vollem Umfang durchgeführt, aber dennoch ein interessantes Kursprogramm angeboten werden. Aufgrund dieser Situation war für 2013 kein ganz ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. Als Höhepunkt des letzten Jahres bezeichnete Rück den „Tag der offenen Tür“ in der Molkereischule im Herbst mit der Einweihung des Neubaues. In seinem Finanzbericht konnte Rück eine Ertragslage vermelden, die durch ein ansteigendes Geschäftsvolumen und ein wachsendes positives Jahresergebnis gekennzeichnet ist.

Thomas Bürkel von der Töpfer GmbH Dietmannsried konnte im Prüfbericht für das Geschäftsjahr 2013 keine Beanstandungen erkennen. Sein Vorschlag, den Vorstand und die Geschäftsführung zu entlasten wurde wie der Rechnungsabschluss für 2013 einstimmig angenommen.

Ebenso votierten die Stimmberechtigten über die vom Vorstand vorgeschlagene Belas- sung der Mitgliedsbeiträge einstimmig mit Ja. Als Rechnungsprüfer wurden Thomas Bürkel und Tobias Mayer wiedergewählt.

Gute Perspektiven

In seiner Rede über die „Zukunft der bayerischen Milchwirtschaft unter unsicheren Rahmenbedingungen aus Sicht der Betriebswirtschaft“ stellte der Vizepräsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Christian Stockinger, mehrere Prognosen über die Entwicklung der globalisierten Milchwirtschaft nach dem April 2015 vor. Seit 2007 hat es ein „wildes Auf und Ab“ der Preise auf dem Weltmarkt gegeben; Die europäische Milchwirtschaft ist immer stärker von der Entwicklung auf den Weltmärkten abhängig. Das Milchangebot in Deutschland und in der EU steigt in geringerem Maße als die Milchnachfrage weltweit. Der globale Milchmarkt biete langfristig gute Perspektiven, aber wegen der unsicheren Weltlage auch steigende Risiken, die ein professionelles Management erforderlich machen.

Die Milchproduktion innerhalb Europas werde sich vermutlich nach der Abschaffung der Milchquote nicht wesentlich verändern. In Bayern ist seit langem eine Abnahme der milchproduzierenden Betriebe zu verzeichnen; von den heute noch 38.270 Betrieben werde es im Jahr 2025 noch geschätzte 22.000 geben. Diese Reduktion werde aber durch eine Steigerung der Zahl der Kühe pro Betrieb als auch durch deren steigende Milchleistung ausgeglichen.

Laut Stockinger werden die nächsten zehn Jahre für Milchproduzenten, die veränderungs- und anpassungsbereit sind, eine gute Zeit, für Zau- derer und Zögerer aber eine schlechte. Auf eine Verbesserung der Preise für Milchprodukte durch die Politik solle man nicht hoffen.

Peter Hutter

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