Auf Delbrêls Spuren

Gemeindereferenten erkunden neue Wege

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Beim Brotbacken im Treffpunkt Oberösch erfahren die Gemeindereferentinnen und -referenten etwas über moderne Formen pastoraler Vernetzung.

Kempten – 120 Gemeindereferenten aus der Diözese Augsburg folgten jetzt am Gemeindereferententag im Pfarrzentrum St. Lorenz unter dem Motto „Gott einen Ort sichern“, den Spuren der Französin Madeleine Delbrêl.

Wie Ordinariatsrätin Dr. Annette Schleinzer aus dem Bistum Magdeburg in ihrem Einführungsreferat erläuterte, sei Delbrêl schon 1933 aus den kirchlichen Binnenräumen heraus, mitten in den Alltag der Menschen gegangen. Als überzeugte Christin und Sozialarbeiterin habe sie im kommunistischen Arbeiterviertel von Ivry gelebt und gewirkt. Ihr Ansatz, den Glauben in und für die Jetztzeit zu leben, brachte Delbrêl den Titel einer „Prophetin unserer Zeit“ ein. Kardinal Karl Lehmann betitelte sie bereits 1981 als eine der wichtigsten kirchlichen Gestalten des Jahrhunderts. Die Grundfrage Delbrêls, wie Gott in einer Welt verkündet werden könne, die nicht nach ihm fragt, führte zu einer Arbeitspraxis, deren Grundstock die Liebe zu den Menschen war.

In insgesamt elf Workshops konnten sich die Gemeindereferenten am Nachmittag mit der zukunftsweisenden Spiritualität der 1964 verstorbenen Delbrêl auseinandersetzen. Dabei wurden neue Wege der Pastoral erkundet und gelungene Projekte moderner Vernetzung vorgestellt. Die Gruppen bewegten sich dabei zum größten Teil außerhalb kirchlicher Binnenräume, um die christliche Botschaft im Alltag auf zu spüren.

Einen hoffnungsvollen Ansatz stellte Schleinzer mit dem VOLK-Projekt (Vor Ort Lebt Kirche) der Diözese Magdeburg vor. Hier werde, so die Referentin, Getauften Verantwortung für ihre Pfarrei übertragen, die sie jenseits vorgegebener Wege entfalten dürften. Ziel sei, die Bedürfnisse der Menschen vor Ort wahr zu nehmen und darauf zu reagieren. Es sei ein Fledermausprinzip, wo viele Signale ausgesendet würden, um zu sehen, wo Resonanz entsteht.

Der Spätnachmittag stand für den Rechenschaftsbericht des Vorstandes und ein Gespräch mit dem Leiter der Personalstelle der Diözese Augsburg, Karl Wolf, zur Verfügung. Wolf wies auf den neuen Studiengang für Religionspädagogik in Benediktbeuern hin und erläuterte die ab 2014 gültige Arbeitszulage für Gemeindereferenten.

Neugewählte Berufsgruppensprecher aus den verschiedenen Regionen stellten sich vor, alte wurden verabschiedet. Neu besetzt wurde auch das Amt der Diözesanreferenten für Gemeindereferenten und Pfarrhelferinnen mit der Gemeindereferentin Heidelinde Kotzian. Die bisherige Referentin Maria Rettig übernahm das Amt der Fachbereichsleiterin für Personaleinsatz und -führung in der Diözese Augsburg.

Überarbeitung nötig

Nachfragen gab es zur Struktur des Dienstes der Gemeindereferenten, die aus Sicht der Teilnehmer überarbeitet werden müsste, um den Anforderungen vor Ort gerecht zu werden. Die sich ständig erweiternden pastoralen Einheiten erwiesen sich als Grund zur Sorge. Ihre bisherigen Erfahrungen will die Berufsgruppe bei der Erarbeitung neuer Konzepte einbringen.

Alltagsspiritualität war das Thema beim Abschlussgottesdienst mit Ordinariatsrat Franz Reinhard Daffner, in der St. Lorenz Basilika. Um zu zeigen, dass das Wort Gottes in Bewegung setzt, begleiteten die Gemeindereferenten das Evange- liar in einer feierlichen Lichterprozession durch die Kirche.

Eva Dörr-Schratt

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