Zurück zu alter Stärke

Eine unendliche Geschichte geht in die nächste Runde: Nach zwei mehr oder weniger fehlgeschlagenen Versuchen wird der Festwochen-Ausschuss künftig wieder mehr Mitspracherecht bei der Gestaltung des Festwochen-Plakats haben. Darauf einigte sich das Gremium am Dienstag vergangener Woche einstimmig. Die Grundidee für 2009 segneten die Stadträte auch gleich mit ab. Erst 2006 war an gleicher Stelle entschieden worden, das Motiv von der Werbeagentur Tanner eigenverantwortlich kreieren zu lassen. Die Kritik an den Motiven hatte seitdem von Jahr zu Jahr zugenommen.

Es war wenig nett, was sich Andreas Tanner von der gleichnamigen Werbeagentur am Dienstagabend im Festwochen-Ausschuss anhören musste. „Die Plakate waren enttäuschend“, beschwerte sich beispielsweise Peter Wagenbrenner von der CSU und forderte „mehr Pepp, mehr Ideen, mehr Zukunftsweisendes“ für die künftigen Werbeplakate. Sein Fraktionskollege Thomas Kreuzer erklärte, dass viele Bürger durch die diesjährigen Motive provoziert worden seien. „Da muss man sich dann schon fragen, ob das die richtige Linie ist“, gab er zu bedenken. Schließlich solle die Festwoche alle Allgäuer ansprechen. „Eine Linie, die aber auf Ablehnung stößt, funktioniert nicht“, betonte er. In Zukunft soll nun aber wieder alles besser werden. Auf Antrag von Herbert Karg (FW) und Ullrich Kremser (FDP) einigte sich der Ausschuss darauf, künftig gemeinsam mit der Agentur Tanner quasi als „Lenkungsgruppe“ bei der Gestaltung und Auswahl der Motive wieder mitzureden. Geschehen soll das in nichtöffentlichen Sitzungen. Endgültig entschieden wird dann im Ausschuss bzw. Stadtrat. Seit 2006 hatte die Agentur Tanner alleinverantwortlich in Abstimmung mit OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) und Chef-Organisator Heinz Buhmann die Motive entwickelt und dem Ausschuss lediglich präsentiert. Damit ist nun Schluss, „denn wir bekommen die Prügel, aber dann wollen wir wenigstens auch daran Schuld sein“, wie es Kremser formulierte. Unterausschuss vom Tisch Zunächst hatten die Räte jedoch an eine Art Unterausschuss, bestehend aus jeweils einem Fraktionsmitglied, gedacht. Dieser sollte dann gemeinsam mit der Agentur an den Motiven basteln. Einige Stadträte bekundeten jedoch offen ihre Ablehnung eines „Unterausschusses“. „Wir sind der Ausschuss – und hier sollten wir es entscheiden“, sagte beispielsweise Hildegard Greiter von der CSU. Die Grundzüge des Werbekonzepts für 2009 entschied der Ausschuss bei dieser Gelegenheit gleich mit. Im Vordergrund soll dabei das 60-jährige Jubiläum der Festwoche stehen – es wird also nostalgisch werden. Tanner hatte zuvor noch vorgeschlagen, ein Model-Casting einzuführen. Das war der Mehrheit der Ausschuss-Mitglieder für nächstes Jahr aber zu kurzfristig und zu aufwendig. Allerdings soll die Idee für 2010 weiterhin im Auge behalten werden.

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