König-Ludwig-Brücke muss aufwändig saniert werden

Ein Wahrzeichen vor dem Abriss?

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Die König-Ludwig-Brücke über die Iller gilt als Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst. CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier zweifelt den Sinn einer Sanierung dennoch an.

Kempten – Für die momentan gesperrte König-Ludwig-Brücke wird derzeit ein Sanierungskonzept erarbeitet. Das teilte Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann vergangene Woche im Rahmen der Haushaltsberatungen mit.

haltsberatungen mit. CSU-Fraktionsvorsitzender Erwin Hagenmaier zog ein Erhalt der Brücke dagegen grundsätzlich in Zweifel. Wie teuer die Sanierung des als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ ausgezeichnete Bauwerks ist, konnte Tiefbauamtsleiter Wiedemann noch nicht beziffern. Über den aktuellen Stand werde allerdings in der nächsten Sitzung des Bauausschusses berichtet. „Ich bitte um gebremsten Schaum beim Ausgeben der Ingenieurmittel“, sagte hingegen CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier. Irgendwann einmal müsse man die Grundsatzdiskussion beginnen, ob eine Brücke, die aus seiner Sicht nicht unbedingt gebraucht wird, immer wieder für teures Geld saniert werden muss. „Auf die Fußgängerüberquerung komplett zu verzichten ist für mich keine Lösung“, meinte dagegen Stadtrat Thomas Hartmann von den Grünen. „Ob es allerdings dieses Bauwerk sein muss, darüber kann man diskutieren“, so Hartmann weiter. 

 Schuld an dem mittlerweile so schlechten Zustand der Brücke ist laut Wiedemann vor allem die Wegnahme der Verschalung vor einigen Jahren, wie vor ziemlich genau einem Jahr öffentlich wurde (der Kreisbote berichtete). Um das Holz wieder zu schützen, werde das Bauwerk jetzt mit Planen verkleidet, kündigte er an. Das historische Bauwerk am Schumacherring ist das weltweit noch einzig erhaltene Holzfachwerk aus der Entstehungszeit (1847-1851) und gilt als ein Meilenstein der damaligen Ingenieurbaukunst. Daher wurde die König-Ludwig-Brücke im vergangenen Jahr als historisches Wahrzeichen der deutschen Ingenieurbaukunst ausgezeichnet. Man sei sich der Verantwortung für dieses Baudenkmal bewusst, betonte seinerzeit OB Dr. Ulrich Netzer (CSU).

Melanie Läufle

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