"Zweiter Schulterblick fehlt"

„Bei mehr Unfällen wurden im Jahr 2009 weniger Personen verletzt“, erläuterte Polizeihauptkommissar Thomas Riester vergangenen Mittwoch bei der Pressekonferenz der Polizeiinspektion (PI) Kempten. Insgesamt ereigneten sich im Zuständigkeitsbereich 3329 Verkehrsunfälle, die gemeldet wurden. Im Vergleich zum Vorjahr sei das eine Steigerung um fast fünf Prozent, so Riester.

112 Schwer- und 676 Leichtverletzte registrierte die Kemptener Polizei im vergangenen Jahr. 2008 waren es noch 129 bzw. 770. Fünf Personen kamen bei Unfällen ums Leben. Im Vorjahr waren es acht. „Häufigste Unfallursachen waren Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren und das Ein- und Anfahren in den fließenden Verkehrt“, bilanzierte Riester. Insgesamt 1090 solcher Unfälle ereigneten sich 2009. Nach Meinung des Polizeihauptkommissars fehlt bei vielen Autofahrern der „berühmte zweite Schulterblick“ und das Blinken. Einen Appell richtete Riester an die Bürger, die zum Beispiel auf einem Parkplatz eine Unfallflucht beobachten würden. „Die Leute sollen sich bei uns melden, jeder kleinste Hinweis kommt uns für die mögliche Aufklärung zugute“, sagte er. Hintergrund ist, dass die Zahl der Unfallfluchten von 453 auf 577 gestiegen ist. Allerdings konnten lediglich 218 davon geklärt werden. Einen Rückgang um rund 18 Prozent verzeichnete die Polizei bei den Unfällen mit Betrunkenen. 47 Personen seien 2009 in solche Unfällen verwickelt gewesen, 2008 waren es noch 57. Die Verletztenzahl verringerte sich in diesem Bereich von 38 auf 16. Sieben Unfälle, zwei mehr als im Vorjahr, geschahen unter Einwirkung von Drogen. Dabei gab es vier Verletzte. Insgesamt registrierte die PI Kempten im vergangenen Jahr 317 Alkohol- und/oder Drogenfahrten. 126 Verletzte und ein Toter sind die Bilanz der 135 Unfälle mit Radfahrern. „Die Sorgfaltspflicht bei Radfahrern sollte sehr hoch sein, der Radfahrer ist bei einem Unfall immer das schwächere Glied“, machte Riester klar. Acht Schulwegunfälle ereigneten sich 2009. Laut Riester gibt es allerdings keine Örtlichkeit, wo eine besonder Häufung festzustellen war. Zwei Personen wurden bei insgesamt 59 Unfällen mit Fußgängern im vergangenen Jahr getötet. Zudem gab es 56 Verletzte. Bei den Kradfahrern verringerte sich die Zahl der Unfälle von 142 auf 103. 81 Motorradfahrer trugen dabei Verletztungen davon, einer starb. Motorradfahrern, die nicht so viel fahren, empfahl Riester entsprechende Trainings, um mehr Sicherheit zu erlangen.

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