Am Zwinger geht’s voran

Jetzt steht fest, was am „Zwinger“ zwischen der Kemptenerstraße und dem Diebsturm am Oberen Graben geschehen soll. Nach dem Ankauf des Geländes durch Karl Immler war eines sicher: hier wird der Verfall gestoppt und Isny wieder ein Stück ansehnlicher gemacht.

In der ersten Phase führte ein Heilbronner Spezialist Schürfgrabungen aus und Immler besprach mit dem Denkmalsamt die Details. Die jetzt freigelegten Steinböcke dienten offensichtlich der zusätzlichen Stabilisierung der Stadtmauer. Anschließend folgte ein kleiner Architektenwettbewerb an dem sich drei Büros beteiligten. Das beste Ergebnis war dem Denkmalsamt allerdings etwas zu konventionell und wurde so lange modifiziert bis alle einverstanden waren. Im Frühjahr entsteht nun in diesem Bereich das Vereinsheim vom Isnyer Winzerverein. Das lehnt sich dann an die Stadtmauer, an der schon viele Jahre davor Wein gepflanzt wurde. Wenn man Physikprofessor Klaus Pfeilsticker von der Uni Heidelberg glauben darf, dann wird durch den Klimawandel das Allgäu in einigen Jahrzehnten sowieso Weinanbaugebiet. 30 Mitglieder hat der Winzerverein bereits. „Das soll ein ansehnliches Gebäude werden, niedriger als die Stadtmauer und mit Zugang für Besucher. Ich könnte mir vorstellen, dass dann dort auch mal ein Maler sitzt, dem man über die Schulter sehen kann“, meinte Immler. Skulpturen könnten im Bereich bis zum Diebsturm ebenfalls ihren Platz finden. So könne die Anziehungskraft unserer Stadt wieder etwas erhöht werden, sagte er weiter. Die Kosten für das Vereinsheim übernimmt Immler selbst. Mit den Wohnungen in der ehemaligen Appretur hat die Stadt nun auch schon erste Pläne. Claus Fehr, Leiter des Hochbauamtes und Verwalter der städtischen Immobilien, könnte sich vorstellen diese Gebäude quasi auf Erbpacht abzugeben, sodass nach 60 bis 70 Jahren die Stadt wieder darüber verfügen kann. Immler liebäugelt mit der Nutzung als Künstlerateliers und Wohnungen. „Aber hübsch eins nach dem anderen. Erst wird der Bereich am Zwinger entrümpelt und bebaut und die Anlage gestaltet“, fügte er an. Und die Stadtmauer? Als letzter Besitzer war Robert Springer im Grundbuch eingetragen. Der ist allerdings 1925 verstorben. Nun wird versucht, die Erben zu ermitteln. Die müssten dann allerdings auch die Kosten der Sanierungsmaßnahmen zahlen, die in denvergangenen 90 Jahren ausgeführt wurden. Oder?

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