Nicht in falscher Sicherheit wiegen

Zebrastreifen ade

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Der Zebrasteifen in der Bahnhofstraße Höhe Forum wird entfernt, die Mittelinsel bleibt.

Kempten – Auf den Prüfstand stellte der Verkehrsausschuss den Fußgängerüberweg in der Bahnhofstraße Höhe Forum und Allgäuer Straße, der aus Sicht von Polizei und Verwaltung zu einer Gefahrenstelle für Fußgänger geworden ist.

Wie Volker Reichle vom Amt für Tiefbau und Verkehr angab, häufen sich entsprechend auch die Beschwerden von Fußgängern darüber, dass Autofahrer keine Anstalten machten am Zebrastreifen anzuhalten, auch wenn erkennbar jemand darüber gehen wolle. Zu Beobachten sei dieses Phänomen allerdings nur in nördlicher Fahrtrichtung, was die Beschwerdeführer mit der nur circa 45 Meter entfernten Ampel an der Kreuzung Bahnhof-/Mozartstraße in Zusammenhang brächten. Denn sobald besagte Ampel auf Grün stehe, würden die Fahrzeugführer offensichtlich nur noch auf die Ampel achten und versuchen rechtzeitig darüber zu kommen. Sieben Anzeigen in fünf Jahren und ein Unfall mit einer verletzten Person, zog Reichle Bilanz für die Gefahrenstelle, wies aber zugleich darauf hin, dass die Missachtung eines Zebrastreifens in den seltensten Fällen zur Anzeige gebracht werde. Generell seien, so sein Hinweis, Fußgängerüberwege in der Nähe von Ampeln nicht mehr zulässig, auch wenn es hier Bestandsschutz gebe.

Sowohl Polizei als auch Verwaltung priorisierten zum Schutz der Verkehrsteilnehmer den Zebrastreifen aufzulösen, so dass sich die Fußgänger beim Überqueren der Straße nicht in falscher Sicherheit wiegen und die Fahrbahn genau im Auge behalten.

Anders sah das Dominik Spitzer (FDP), der den Zebrastreifen „für die sicherere Variante“ hielt, gerade dann, wenn einer bei grüner Ampel „noch aufs Gas steigt“. Bürgermeister Josef Mayr (CSU) dagegen sah „die Schutzfunktion von Zebrastreifen im Sinkflug begriffen“, wie auch eine rote Ampel vielfach ignoriert werde. Er vertraute auf mehr Sicherheit durch „Eigenverantwortung“. Thomas Hartmann (Grüne) konnte sich nicht vorstellen, dass Fußgänger einen Umweg zu einer der Ampeln südlich und nördlich des jetzigen Übergangs in Kauf nehmen würden und befürchtete zudem, dass „Autos ohne den Zebrastreifen noch schneller fahren“. Am Ende stimmten sieben Gremiumsmitglieder für die Abschaffung des Zebrastreifens, bei vier Gegenstimmen.

Christine Tröger

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