Hobby statt Schulfach

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Der 16-jährige Jörn Stöhler sieht Mathematik auch als sein Hobby an.

Kaufering – Eine Castingshow der ganz anderen Art: statt um Singen und Tanzen geht es hier um höhere Mathematik. 1300 Schüler aus ganz Deutschland hatten insgesamt beim Bundeswettbewerb Mathematik 2012 teilgenommen, einer davon ist der Zehntklässler Jörn Stöhler aus Kaufering.

Nach zwei Runden, bei denen die Aufgaben zuhause gelöst werden konnten, quali-fizierten sich 57 der Teilnehmer für die dritte Runde, die in Form eines zweitägigen Kolloquiums stattfand. Während eines Prüfungsgesprächs mussten die übrigen 52 Schüler „ihre“ Jury, ein Universitätsprofessor und ein Gymnasiallehrer, von ihren Qualitäten überzeugen. „Das Kolloquium fand im Januar in Schmitten bei Bad Homburg statt“, erzählt Jörn dem KREISBOTEN. „Es waren ein paar Schüler aus den Nachbarlandkreisen dabei, aber aus Landsberg war ich der Einzige“. Altersmäßig lag er mit seinen noch 15 Jahren (mittlerweile hat er seinen 16. Geburtstag gefeiert) im „unteren Mittelfeld“. Da die Aufgaben nicht nach Jahrgang gestaffelt sind, richtet sich die Teilnahme eher an das Niveau der gymnasialen Oberstufe, ist aber auch für Jüngere offen. Der jüngste Teilnehmer, der später auch Bundessieger wurde, war 13 Jahre, die älteren 18 bis 19 Jahre. „In dem Gespräch ging es natürlich in erster Linie um mathematische Fragen, aber auch um Allgemeinwissen und um Persönliches“, berichtet Jörn, der die 10. Klasse des Ignaz-Kögler-Gymnasiums besucht. Er überzeugte die Prüfer und wurde einer von elf Bundessiegern. Zum Wettbewerb angemeldet hatte ihn seine Mutter: „Jörn war in Mathe schon immer gut, seit dem Kindergartenalter“, erzählt sie. „Und es macht auch Spaß“, ergänzt der 16-Jährige. Mathe ist für ihn nicht nur ein Schulfach, sondern neben Schach, Informatik und Naturwissenschaften auch Hobby. Am Wettbewerb, an dem er bereits zum zweiten Mal teilgenommen hat („Das erste Mal war in der 6. Klasse, das hat noch nicht geklappt.“) schätzt er die Herausforderung: „Die Aufgaben bewegen sich schon auf Universitätsniveau“, außerdem den Kontakt mit den anderen Teilnehmer. „Viele studieren schon und können gute Tipps über die Vor- und Nachteile der Unis geben.“ Jörns Wunschuni ist die Hochschule in Bonn. Als einer der Bundessieger erhält Jörn ein Stipendium der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“. Wie reagieren die Mitschüler auf sein „Hobby“? „Die haben sich schon dran gewöhnt“, lacht Jörn.

Patricia Eckstein

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