Weder Schnaps noch Bier

Landsberg – Einen entspannten Abend mit Freunden wollte ein 22-jähriger Gemüsegärtner aus dem Magnusheim in Holzhausen im letzten Oktober in Landsberg verbringen – am Peter-Dörfler-Weg auf der Mauer sitzen, ratschen, mehr nicht. Doch schon am Bahnhof wurde das Grüppchen von ein paar Betrunkenen angepöbelt.

Später traf man ein zweites Mal aufeinander, wobei einer der alkoholisierten Jugendlichen den Gärtner angriff. Wegen Körperverletzung und Beleidigung wurde der 18-Jährige vom Jugendschöffengericht Landsberg nun zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Der Gärtner, seine Freundin und zwei weitere Freunde waren noch auf dem Bahnhofsgelände, als sie das erste Mal auf die Betrunkenen trafen. „Sie haben uns aufgehalten und gegen den Holzzaun gedrängt“, sagte der 22-Jährige im Zeugenstand. Die Polizei kam und trennte die Gruppen, doch einige Zeit später begegnete man sich ein zweites Mal. An der Treppe zum Peter-Dörfler-Weg ging der angeklagte Schwabmünchener mit Fußtritten und Faustschlägen auf den Gärtner los – völlig ohne Grund, wie sich zeigte. Die beiden kannten sich nicht. Dass das Opfer keine ernsthaften Verletzungen, sondern nur ein paar blaue Flecke an den Oberschenkeln davontrug, war der Volltrunkenheit des Angreifers geschuldet. Eine halbe Flasche Wodka und etliche Biere habe er intus gehabt, sagte er vor Gericht. Deshalb könne er sich auch an den Vorfall nicht erinnern, ebenso wenig daran, dass er die erneut eintreffenden Polizeibeamten mit diversen Schimpfwörtern bedacht hatte. 

Der Schwabmünchner wurde in Handschellen abtransportiert und landete schließlich in der Arrestzelle der Polizeiinspektion. Wenige Monate vorher hatte der 18-jährige Industriebodenleger bereits drei Wochen Dauerarrest abgesessen, unter anderem, weil er in der Landsberger Innenstadt die Schaufensterscheibe einer Bäckerei eingeschlagen hatte. Dass er so kurz nach diesem Arrest wieder straffällig geworden war, sprach nun gegen ihn, ebenso die Tatsache, dass er sein Alkoholproblem nicht im Griff hat – auch wenn er vor Gericht beteuerte, keinen Schnaps mehr zu trinken, sondern höchstens noch „ein paar Bierchen“. Das Jugendschöffengericht verurteilte den Schwabmünchener deshalb zu neun Monaten Jugendstrafe, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Außerdem muss sich der 18-Jährige einer Alkoholtherapie unterziehen und binnen vier Monaten 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. „Sie dürfen keine alkoholischen Getränke mehr trinken“, gab der Vorsitzende Richter Alexander Kessler dem Verurteilten mit auf den Weg: „Nicht das kleinste Bierchen.“

Ulrike Osman

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