EVL 2000 setzt erste Duftmarke – Zabel-Truppe dreht verloren geglaubtes Spiel gegen Bad Tölz zum 5:4-Sieg

Der EVL 2000 hat in der Eishockey-Oberliga einen Auftakt nach Maß erwischt. Beim EC Bad Tölz siegte die Truppe mit 5:4 nach Penaltyschießen. Dabei sah es lange Zeit nach einer deftigen Niederlage aus.

Genauer gesagt stand es nach 49 Minuten bereits 4:1 für die Tölzer. Bis dahin brachten die Landsberger, die ohne Markus Rohde (Reha) und Daniel Nö­-renberg (beruflich verhindert) antraten, so gut wie gar nichts zustande. „Wir sind überhaupt nicht ins Spiel reingekommen, haben viele Zweikämpfe verloren“, sagte Trainer Norbert Zabel. Das lag aber auch dran, dass die „Löwen“ von Beginn an ein hohes Tempo gingen. Gerade anderthalb Minuten waren vorbei, da schepperte es zum ersten Mal im Kasten von EVL-Goalie Peter Holmgren. Ein Schuss von Josef Kottmair in Überzahl krachte an die hintere Bande, Christoph Fischhaber rea­gierte am schnellsten und traf aus nächster Nähe zum 1:0 (2.). Doch die Landsberger Antwort kam prompt. Boris Zahumensky zog knapp drei Minuten später von der blauen Linie ab – 1:1. 1294 Zuschauer Trotzdem blieben die Hausherren in der Hacker-Pschorr- Arena vor 1294 Zuschauern die dominierende Mannschaft. Die logische Konsequenz war die erneute Führung der Tölzer in der 9. Minute, als Fischhaber seinen zweiten Treffer nachlegte. Am Spielgeschehen änderte sich auch im zweiten Abschnitt wenig. Tölz rannte und Landsberg konnte nur reagieren. Zu allem Überfluss fingen sie sich in der 25. Minute auch noch einen blitzsauberen Konter der „Lö­wen“ ein. Yasin Ehliz vollstreckte zum 3:1. Danach wurde die Partie ruppiger. Nach einem üblen Check musste Veli-Antti Leinonen mit einem dicken Knie in die Kabine, kam später aber wieder. Für Benjamin Barz war der Arbeitstag kurz vor Ende des zweiten Abschnitts endgültig beendet. Er hatte bei einem Zweikampf einen Tölzer im Gesicht verletzt und bekam dafür von Schiedsrichter Florian Zehetleitner eine Spieldauerstrafe. Kabinenpredigt Die fünfminütige Überzahl nutzte der Gastgeber anfangs des Schlussabschnitts zum vierten Tor. Wieder krachte ein Schuss an die hintere Bande, diesmal verwandelte Thomas Merl – 4:1. Allerdings merkte man den Lechstädtern dort schon an, dass sie wie verwandelt aus der Kabine gekommen sind. „In der zweiten Pause sind ein paar deutlichere Worte gefallen“, erklärte EVL-Coach Zabel den Sinneswandel bei seiner Truppe. Die Mannschaft legte plötzlich einen Zahn zu und beherrschte mehr oder weniger die Tölzer. Die Belohnung dafür gab’s nach 49 Minuten: Alexander Thiel verwandelte einen Querpass von Derek Switzer aus nächster Nähe zum 4:2. Die Aufholjagd war gestartet. Sieben Minuten vor dem Ende dann sogar der Anschlusstreffer. Thorsten Rau hatte clever auf Markus Vaitl zurückgelegt und der donnerte die Scheibe unhaltbar zum 4:3 ins Netz. So richtig aus dem Häuschen waren die etwa 350 mitgereisten Landsberger Fans aber erst in der 58. Minute. In Tölzer Überzahl schnappte sich Rau die Scheibe, lief alleine auf das gegnerische Tor zu und verwandelte eiskalt zum 4:4-Ausgleich. Mit etwas mehr Glück hätte der EVL 2000 das Spiel durchaus schon in der regulären Zeit gewinnen können, am Ende mussten aber Verlängerung und Penalty­schießen herhalten. Allerdings war Goalie Peter Holmgren nicht zu überwinden – Derek Switzer besorgte mit seinem Versuch das entscheidende 5:4. Erstes Heimspiel „Ich bin schon froh, dass wir das noch gedreht haben, aber wie wir am Anfang gespielt haben, das hat mich geärgert“, gab der EVL-Trainer zu Protokoll. Eine solche Leistung darf sich sein Team zum Heimauftakt am kommenden Freitag nicht erlauben. Zu Gast ist mit den Ruhpott Cursaders aus Herne der Topfavorit auf die Meisterschaft (20 Uhr). Am Sonntag müssen der Landsberger dann nach Bad Nauheim.

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