Immer weniger Schüler

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Hauptsächlich dem demographischen Wandel ist es geschuldet, dass die Schülerzahlen laut einer Prognose an den Gymnasien und Realschulen im Landkreis bis 2030 sinken.

Landkreis – Wie entwickelt sich der Landkreis? Wie wirkt sich das auf die Schulstandorte aus? Das sind die zentralen Fragen, die Carola Seis vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum und Christian Rindsfüßer vom Sags-Institut in ihrer Schülerprognose für den Landkreis herausfinden wollten...

Gemeinsam haben der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) und das SAGS (Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik) für den Landkreis eine Schulbedarfsplanung bis zum Jahr 2030 erstellt. Zunächst hat der PV die Wanderungen – also Zu- und Wegzüge – analysiert. „Dazu haben wir Fragebögen an jede einzelne Gemeinde und die Bauämter geschickt“, erklärt Carola Seis. Ein Vergleich mit der Wohnbauentwicklung der jüngeren Vergangenheit zeige, dass der Landkreis etwa auf gleichem Niveau weiter wachsen wird. Etwa 13700 Personen werden bis 2030 in den Landkreis Landsberg ziehen – und dort bleiben. 

„Entscheidend ist auch: Welche Altersgruppen ziehen zu und wie verändern sie die Schullandschaft?“, sagt Seis. Diese Zahlen behandelte Christian Rindsfüßer im zweiten Teil der Prognose. „Die Wanderungen sind der eine Faktor, dazu kommen aber auch Geburten und Sterbefälle.“ Der Haupteinflussfaktor auf die Schullandschaft sei somit vor allem der demographische Wandel. Die Geburtenrate ist zurückgegangen, insgesamt werden die Menschen älter. Als Folge daraus werden sich die einzelnen Schulstandorte unterschiedlich entwickeln, so Rindsfüßer.

Auch verändere sich der Besuch der verschiedenen Schularten. Rindsfüßer geht aufgrund der Statistiken von zurückgehenden Schülerzahlen an den vier Realschulen und sechs Gymnasien (einschließlich zwei Gymnasien des Landheims Schondorf) im Landkreis Landsberg aus. Bis zur zweiten Hälfte der Zwanziger Jahre rechne er mit einem Rückgang von über 20 Prozent im Vergleich zu 2013. Der Rückgang bei den Gymnasien falle etwas höher aus als bei den Realschulen – die tatsächliche Verteilung werde aber hauptsächlich von den bildungspolitischen Bedingungen beeinflusst.

Während die Schülerzahlen an den Gymnasien und Realschulen sinken, erwartet Rindsfüßer aber weiterhin starkes Interesse an Fachoberschul- und Berufsoberschulangeboten. Die Altersgruppe möglicher FOS/BOS-Schüler geht zwar zurück, doch eine steigende altersspezifische Nachfrage beeinflusse gegenläufig die Entwicklung. Aktuell liege der Landkreis mit der Inanspruchnahme der FOS/BOS gut 20 Prozent über dem bayernweiten Durchschnitt.

Sorgen um die Verlässlichkeit dieser Prognose machte sich im Kreistag allerdings Renate Standfest (Grüne). „Haben Sie Erfahrungen in anderen Landkreisen, ob diese Zahlen tatsächlich zutreffen?“ Rindsfüßer beteuerte, dass Landsberg kein Pilotprojekt sei und etwa seine Prognose für den Kreis Weilheim/Schongau relativ treffgenau war. Natürlich seien die Zahlen keine Punktlandung, so Landrat Walter Eichner, aber: „Die Ergebnisse werden natürlich in die zukünftigen Überlegungen bei den Investitionen im Schulbereich als Entscheidungsgrundlage mit einfließen – jeweils für den Einzelfall betrachtet.“

Janina Reich

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