Fuß unterm Stapler

+
Ein Monat Fahrverbot sowie eine Geldstrafe warten jetzt auf einen Baumarkt-Mitarbeiter, der einem 39-Jährigen Lkw-Fahrer im April mit dem Gabelstapler über den Fuß gefahren sein soll.

Landsberg – Eine schwere Quetschung am Fuß sowie eine Knieinnenläsion sind die Folgen eines Unfalls, der nun vor dem Amtsgericht Landsberg verhandelt wurde. Der 66-jährige Mitarbeiter eines Landsberger Baumarktes soll einem Lkw-Fahrer mit dem Gabelstapler über den Fuß gefahren sein. Die fehlende Einsicht des Angeklagten sowie sein „Nach-Tat-Verhalten“ führten dazu, dass Richter Andreas Niedermeier die Geldstrafe für den 66-Jährigen sogar noch erhöhte. Zudem muss der Mann einen Monat auf seinen Führerschein verzichten.

1600 Euro hätte der Angeklagte zahlen müssen, hätte er den Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung akzeptiert. Da Richter Andreas Nie- dermeier aber keinen Zweifel daran hatte, dass der 66-Jährige fahrlässig handelte, kommt nun eine Geldstrafe in Höhe von 2750 Euro auf den Mann zu. 

Der 39-jährige Lkw-Fahrer aus Augsburg habe lediglich Waren anliefern wollen, wie er vor Gericht aussagte. Er sei auf den Gabelstaplerfahrer zugegangen, um zu fragen, wo er sich melden müsse. Daraufhin habe ihm der Baumarkt-Mitarbeiter erklärt, dass er gerade viel zu tun habe und dass er warten müsse. Ohne abzuwarten sei der Mann mit seinem Gabelstapler weitergefahren. Dabei habe er seinen rechten Fuß überrollt und auch sein Knie gestreift, so der Rumäne. 

Der Angeklagte aber war sich offenbar keiner Schuld bewusst: Nachdem er weitergefahren war, habe er zwar einen Schrei gehört und auch gesehen wie der Mann zurück zu seinem Lkw humpelte, da aber viel zu tun war, habe er einfach weitergearbeitet. Erst später, als Notarzt und Polizei auf dem Baumarkt-Gelände eintrafen, habe er bemerkt, dass etwas passiert sei. „Ich schließe nicht aus, dass ich über den Fuß gefahren bin, habe aber nichts bemerkt“, so der Angeklagte. 

Doch für Staatsanwältin Gudrun Wagner war „glasklar“, dass der Angeklagte für die Verletzungen des Rumänen verantwortlich ist. Sie forderte 60 Tagessätze à 60 Euro sowie einen Monat Fahrverbot für den 66-Jährigen. Verteidiger Alexander Chasklowicz hielt das Fahrverbot allerdings für „nicht tragbar“. Immerhin seien in den Aussagen durchaus „relevante Unterschiede“ zu erkennen gewesen. 

Doch auch Richter Niedermeier hatte „keinen Zweifel“ an der Aussage des Geschädigten und verurteilte den 66-Jährigen zu 50 Tagessätzen à 55 Euro sowie einmonatigem Fahrverbot.

Astrid Erhard

Meistgelesene Artikel

Ein Kreisverkehr ist out

Kaufering – Pendler, die morgens zur Hauptverkehrszeit auf der alten B17 in Richtung Landsberg unterwegs sind, kennen das Problem zur Genüge. Wenn …
Ein Kreisverkehr ist out

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Landsberg – Die Stadt hat den Bewohnern der Schwaighofsiedlung, dem Bauträger und den Interessenten für die 23 Reihenhäuser an der Jahnstraße im Jahr …
Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Kommentare