"9,9 Prozent sind besser als nichts!"

Der Trampelpfad beweist es: Schon jetzt wählen nicht wenige Lechstädter den direkten Weg vom Katharinenanger zur Valentin-Kindlin-Straße an der Bahnlinie. Foto: Schwaiger

Während Reinhard Skobrinsky (BAL) noch immer auf den Überprüfungsantrag pocht, hat der Bauausschuss am Mittwoch den Projektbeschluss gefasst: Grünes Licht für die Fußgängerbrücke über die Bahnlinie Landsberg-Schongau. Die von der Verwaltung entwickelte Variante mit gegenläufiger Rampe sowie zusätzlicher Treppe fand rundum Gefallen. Behindertengerecht im rechtlichen Sinne ist sie allerdings nicht.

Gerade die behindertengerechte Ausführung der vielfach gewünschten Wegeverbindung des Baugebietes Katharinenanger über den Englischen Garten in die Altstadt sorgte zuletzt für reichlich Diskussionsstoff. Ende November hatte der Bauausschuss des Stadtrates eine Brücke mit Treppe beschlossen. Erst bei Bedarf hätte sie mit einem Aufzug nachgerüstet und damit behindertengerecht ausgeführt werden sollen. Der Überprüfungsantrag ließ nicht lange auf sich warten. Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) indes zeigte sich davon unbeeindruckt, ließ die Bauverwaltung an einer Alternative feilen. Nachdem sich Aufgänge im Hang zum Katharinenanger aus unterschiedlichen Gründen als nicht realisierbar erwiesen, soll es nun eine Brücke mit steiler Rampe und Treppe geben. „Ein heikles Thema“, wie Lehmann einräumte, denn barrierefrei sei eine Rampe nur mit maximal sechs Prozent Steigung, was ein 60 Meter langes Gebilde entlang der Bahnlinie zur Folge hätte. Bei den nun beschlossenen 9,9 Prozent geht es auf der Rampe zunächst 46 Meter in nördliche Richtung zu einem weiteren Podest, danach wieder nach Süden zum „Abgang“ auf Höhe der Hans-Multscher-Straße. Die nicht mehr barrierefreie Ausführung sei laut Lehmann sowohl vom Geschäftsführer der Offenen Behindertenarbeit im Sozialzentrum St. Martin, Hans-Peter Bichler, als auch von dem an den Rollstuhl angewiesene Manfred Eder vom Behin­dertenbeirat für „akzeptabel“ befunden worden. So auch die Einschätzung von CSU-Stadträtin und Behindertenbeauftragte des Landkreises, Barbara Juchem: „9,9 Prozent sind viel, aber besser als nichts.“ Sehr gut sei zudem die Treppe am Nordpodest der Rampe. Dadurch verkürze sich der Weg vor allem für ältere Leute, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Eine lebhafte Debatte im Bauausschuss entbrannte um die Frage, ob die Ausführung des Steges mit Rampe vor dem Projektbeschluss noch vom Gestaltungsbeirat zu beurteilen sei. Letztlich war man sich aber einig, dass dies im Zuge der Detailplanung geschehen könne. Bis zu Beginn des neuen Schuljahres soll die Brücke fertig sein, gab Lehmann vor.

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