Aber nur mit Werkstück

Da staunte selbst Walter Mayr, Innungsmeister für das Metallgewerbe, als einer der Praxisschüler auf der Jubiläumsfeier seine Billardtisch-Abdeckung präsentierte Foto: Privat

Ein kleines Jubiläum gab’s jetzt an der Fritz-Beck-Mittelschule: Die Praxisklasse besteht seit zehn Jah­ren und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Höhepunkt der Jubiläumsfeier war die Präsentation der Werkstücke, die die Schüler für ihre Projektprüfung angefertigt haben. Sie ist wesentlicher Bestandteil des Hauptschulabschlusses, der den Praxisklässlern heuer erstmals angebo­ten wurde.

Im September 2001 hat alles begonnen: An der damaligen Fritz-Beck-Hauptschule wurde mit Unterstützung des Staatlichen Schulamtes und der Stadt Landsberg die erste und einzige Praxisklasse an Hautschulen im Landkreis eingerichtet. „Keiner wusste genau, wohin die Reise gehen sollte“, erinnerte Schulleiter Josef Kannheiser. Interessierte Lehrkräfte und Schulrat Konrad Lemnitzer hätten sich zuvor an anderen Schulen, auch über die Landkreisgrenzen hinaus, kundig gemacht, Ideen gesammelt und schließlich ein auf die örtlichen Verhältnisse zugeschneidertes eigenes Konzept entwickelt. Kannheiser: „Damit war der Weg für das Projekt mit Unterstützung der EU und dem Kolping Bildungswerk als Kooperationspartner frei.“ Der erste Lehrer der neu eingerichteten Praxisklasse war Siegfried Sammüller. „Mit Herzblut“, so Kannheiser, leitete er acht Jahre lang, bis Juli 2009, diese Klasse und bereitete mit Unterstützung von Dipl. Pädagogen Kurt Strodl „sehr erfolgreich“ seine Schüler auf die Arbeitswelt vor, half ihnen eine Lehrstelle zu finden oder brachte sie in begleitenden schulischen Einrichtungen unter. Danach habe der „ebenso qualifi­­zierte und engagierte“ Pädagoge Dietmar Perzl übernommen. In den ersten zehn Jahren Praxisklasse hätten die Pädagogen vielseitige Erfahrungen gesammelt, um das Konzept weiter auszubauen und zu verfeinern. Schulleiter Josef Kannheiser bedankte sich im Rahmen einer kleinen Jubiläumsfeier bei allen Handwerksmeistern, die sich der Praxisklassenschüler in den verschiedenen Praktika annahmen und ihnen eine Perspektive für ihre weitere berufliche Entwicklung boten. „Ohne die Unterstützung durch die Handwerksbetriebe wäre die Umsetzung der Ziele der Praxisklasse keinesfalls möglich“, betonte Kannheiser. Insgesamt durchliefen in den zehn Jahren rund 150 Schüler die Einrichtung und konnten etwa zu 70 Prozent an Betriebe vermittelt werden. Erstmals konnten die Landsberger Praxisklässler in diesem Jahr den Hauptschulabschluss ablegen. Er umfasst in der Theorie die Fächer Deutsch, Mathematik und GSE (Geschichte, Sozialkunde, Erdkunde) sowie eine praktische Prüfung. Bei Letzterer steht für die Schüler die selbständige Planung und Durchführung eines, mit dem Klassenleiter abgesprochenen Praxisprojekts im Mittelpunkt. Das Ergebnis, sprich ihre Arbeiten, stellten die Abschlussschüler auf der Jubiläumsfeier voller Stolz vor. Übrigens: Für das kommende Schuljahr 2011/12 ist die Schülerzahl für eine neue Praxisklasse laut Josef Kannheiser bereits gesichert.

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