Abschied nach 13 Jahren

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URSULA NAGL, Utting – Für manche Uttinger sind sie mittlerweile ein Wahrzeichen der Ammerseegemeinde, für andere ein Ärgernis: Die Betonkunstwerke des Krailinger Künstlers Bernd Dudek, die seit 13 Jahren als Stelen-Labyrinth, Herz und Ei den Summerpark die „gute Stube“ Uttings am See zieren. Nun sollen die Skulpturen versteigert und abgebaut werden. Wie Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) vor dem Gemeinderat am Donnerstag erläuterte, wurde der Gemeindeverwaltung infolge einer gerichtlichen Auseinandersetzung ein Titel auf Räumung der Kunstwerke zuerkannt. Nach Rücksprache mit dem Gerichtsvollzieher ist es möglich, eine Zwangsversteigerung vor Ort im Summerpark durchzuführen. Die Chancen, dabei Gerichtsgebühren und Abrisskosten einzunehmen, sind allerdings eher gering. Notfalls muss die Gemeinde die tonnenschweren Monumente selbst erwerben um sie anschließend zu verschrotten. Geplant war die Dudek-Ausstellung, die seit März 1996 zu sehen ist, ursprünglich nur für zwei Jahre. 1998 wurde sie jedoch bis Mai 2000 verlängert. Zu dieser Zeit arbeitete der Künstler in einer leer stehenden Hallen auf dem Dyckerhoff-Gelände, die er mit unbekanntem Ziel im Oktober 2000 verließ, nachdem die Pläne für eine Neubebauung der Industriebrache konkret geworden waren. Die dort zurückgelassenen Arbeiten und Werkzeuge wurden auf Betreiben der Firma Dyckerhoff & Widmann ein Jahr später zwangsversteigert. Lutzenberger erinnerte am Donnerstag daran, dass es ursprünglich Ziel der Gemeinde gewesen sei, im Summerpark Raum für wechselnde Ausstellungen zu schaffen. „So war es vor der Aufstellung der Dudek-Werke und so soll es auch wieder werden“. Auch von den einheimischen Künstlern werde diese Option zu Recht reklamiert. Gegen eine Veränderung sprach sich CSU-Gemeinderat Horst Schnappinger aus: Seiner Ansicht nach sollten die Installationen erst entfernt werden, wenn ihre Standorte benötigt würden. „In Utting hat man sich daran gewöhnt“, und mit einem „Ramadama“ sei es hier nicht getan meinte er mit Blick auf die Abbau- und Entsorgungskosten, die schon 2003 auf 11000 Euro taxiert wurden. Helmut Schiller (SPD) forderte dagegen „endlich wieder freie Sicht auf den See“. 1996 hätte der Gemeinderat ein Kunstprojekt für alle Zeiten nicht akzeptiert und er sollte es auch heute nicht tun, betonte er. „Das Zeug muss weg“, meinte auch Franz Wegele (GAL). Beton im Park sei längst nichts mehr, woran er sich erfreuen könne. Weitere Fürsprecher fand die Dudek-Dauerausstellung in Claudia Sauter (CSU), Klaus Richter (CSU) und Patrick Schneider (GAL): „Mir gefällt’s“, meinte die CSU-Gemeinderätin. Richter wies auf das Interesse hin, dass die Beton-Skulpturen bei Ausflüglern und Gästen auslösen. Mit einer Mehrheit von 11:5 Stimmen sprach sich der Gemeinderat schließlich für die Versteigerung und die anschließende Entfernung der drei Kunstwerke aus.

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